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Büdnerhaus Alt-Lichtenrade 81

Obj.-Dok.-Nr.: 09030088
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Lichtenrade
Strasse: Alt-Lichtenrade
Hausnummer: 81
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Büdnerhaus
Datierung: um 1840

Die 1838 fertig gestellte Chaussee von Berlin nach Cottbus verbesserte die wirtschaftliche Lage der Dorfbewohner. In Lichtenrade siedelten sich Handwerker, Gewerbetreibende und Händler an, die vom Durchreiseverkehr lebten. Das Dorf dehnte sich nach Norden aus. Nördlich der Groß-Ziethener Straße entstanden kleine Büdnerhäuser. Der Schneidermeister Carl Schulze ließ um 1840 das Wohnhaus Alt-Lichtenrade 81 errichten. (1) Das einstöckige, traufenständige Gebäude mit Satteldach zeigt, wie die ländlichen Wohnbauten vor der Mitte des 19. Jahrhunderts aussahen. Die Wohnräume sind ebenerdig angeordnet, es gibt weder einen Sockel noch einen Drempel. Der Eingang liegt in der Mittelachse. Die Putzfassade wird durch einen sparsamen Fugenschnitt gegliedert. Die Kreuzstockfenster und die Haustür stammen noch aus der Bauzeit. Die ursprüngliche Grundrisslösung ist ohne große Veränderungen überliefert. Hinter dem kurzen Flur liegt die Küche, von der ein Abgang in den Keller führt. Der alte Keller mit zwei tonnengewölbten Räumen wurde um 1890 um einen zusätzlichen Raum mit preußischer Kappendecke erweitert. An der Straßenseite befinden sich links und rechts des Eingangs je eine Stube. Nach hinten schließt sich jeweils eine Kammer an. Im Dachraum hat sich die alte Räucherkammer neben dem nördlichen Rauchabzug erhalten. Um 1890 wurde das Haus geringfügig nach Süden verlängert. Von 1893 bis 1904 war in diesem Gebäude die Postagentur für Lichtenrade eingerichtet.


(1) Rach 1988, S. 180.

Literatur:
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 229