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Marschallbrücke

Obj.-Dok.-Nr.: 09030073
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Luisenstraße & Wilhelmstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Brücke
Datierung: 1881-1882
Umbau: um 1960
Entwurf: Gottheiner, Albert
Bauherr: Stadt Berlin

Die Marschallbrücke, Luisenstraße, wurde 1881-82 als dreifeldrige Eisenbogenbrücke nach Entwurf von Albert Gottheiner erbaut und gehört mit ihrer charakteristischen filigranen Bogenkonstruktion zu den wenigen überlieferten Eisen- und Stahlbrücken der ersten Generation in der Berliner Innenstadt. (1) Sie dient als wichtiges Verbindungsglied zwischen der Dorotheenstadt und der Friedrich-Wilhelm-Stadt. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts überspannte an dieser Stelle eine hölzerne Laufbrücke die Spree und verband die neu angelegte Dorotheenstadt mit den Weiden am nördlichen Spreeufer. 1740 ließ der jüdische Bankier Ephraim die Brücke auf eigene Kosten erneuern. Sie wurde fortan auch Judenbrücke genannt. Bereits 1795 musste sie wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Die 1804 errichtete hölzerne Fußgängerbrücke wurde 1821 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel zu einer Klappbrücke mit massiven Pfeilern umgebaut und erhielt, vermutlich in Erinnerung an den legendären Feldmarschall Blücher ihren heutigen Namen. Die 1881-82 erbaute Brücke überspannte mit drei, aus schmiedeeisernen Zweigelenkfachwerkbögen bestehenden und auf zwei granitverkleideten Strompfeilern ruhenden Feldern die Spree. Nach einem beschränktem Realisierungswettbewerb wurde die Marschallbrücke 1997-98 zu einer Zweifelderbrücke nach Entwurf von Gerhard Pichler und Benedict Tonon umgebaut. Dabei blieb nur die alte stählerne Zweigelenkbogenkonstruktion im Gehwegbereich des nördlichen Feldes erhalten, die erneuerten Geländer in diesem Feld sind dem bauzeitlichen Vorbild nachempfunden. Der südliche Strompfeiler wurde abgerissen und eine neue Stahlträgerkonstruktion zwischen südlichem Widerlager und dem in historischer Form erneuerten Strompfeiler gespannt. Die geborgenen Bogenträger fanden für die neue Fußgängerbrücke über den Landwehrkanal am Deutschen Technikmuseum eine angemessene Wiederverwendung.


(1) Krause 1902, S. 67f.; Deutsche Bauzeitung 20 (1886), S. 217ff., 229f., 131f., 241f., 338f., 361f., 385ff.

Literatur:
  • Die Strassen-Brücken der Stadt Berlin, 1902 / Seite Bd. 1: 67-68; Bd. 2: Tafel 5-6
  • Deutsche Bauzeitung 20 (1886) / Seite 217ff, 229f, 131f, 241f, 338f, 361f, 385ff.
  • Klebes, Günther/ Die Straßenbahnen Berlins in alten Ansichten, Zaltbommel (NL) 1981 / Seite 305
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003