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Haus der Schweiz

Obj.-Dok.-Nr.: 09030017
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Unter den Linden
Hausnummer: 24
Strasse: Friedrichstraße
Hausnummer: 155 & 156
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Geschäftshaus
Datierung: 1934-1936
Umbau: 1992
Entwurf: Meier-Appenzell, E. (Architekt)
Ausführung: Boswau und Knauer (Baufirma)
Bauherr: Haus der Schweiz GmbH

Zwischen Friedrichstraße und Neustädtischer Kirchstraße sind mehrere repräsentative Geschäftshäuser erhalten, die Unter den Linden, an der Friedrichstraße und an der Mittelstraße ein fast geschlossenes Quartier bilden. An der berühmten Kreuzung Friedrichstraße/Unter den Linden, die vor 1945 von den bekannten Caféhäusern Kranzler, Bauer und Victoria beherrscht wurde, ist heute das Haus der Schweiz, Unter den Linden 24, das einzig erhaltene historische Eckgebäude. Das Geschäftshaus wurde 1934-36 nach Entwürfen von E. Meier-Appenzell erbaut. (1) Der sechsgeschossige Stahlskelettbau nimmt Gesims- und Firsthöhe sowie Dachneigung des westlichen Nachbargebäudes auf, bildet aber mit seiner nahezu schmucklosen Rasterfassade mit glatter Wandverkleidung aus Muschelkalkplatten einen deutlichen Kontrast zu dessen historistischer Fassade. (2) Die einzigen Schmuckelemente stellen die Plastik des Wilhelm Tell an der Gebäudeecke und der nüchterne Schriftzug "Haus der Schweiz" dar. Die klare Struktur des Gebäudes mit den zu Bändern zusammengestellten Fenstern der Obergeschosse über der schlichten Bogenstellung im erhöhten Erdgeschoss bringt die Funktionalität des Bürohauses zum Ausdruck, dessen Stahlskelettkonstruktion die freie Einteilung der Grundrisse ermöglicht. Der Typus des Berliner Geschäftshauses, der während des Kaiserreiches immer weiter perfektioniert worden war, ist hier auf seine Grundform reduziert. Die Natursteinfassade, die Dachform und die Gesimse kleiden das Gebäude im Sinne zeitgenössischer konservativer Repräsentationsvorstellungen. Die rundbogigen Kolonnaden an der Friedrichstraße wurden als offene Ladenpassage angelegt, um den Bürgersteig der Friedrichstraße verbreitern zu können. Die Erdgeschosse der benachbarten Gebäude Friedrichstraße 154 und 153A wurden nachträglich ebenfalls als Fußgängerarkaden geöffnet.


(1) Vgl. BusB IX, S. 207; o.V., Große Bauprojekte in der Berliner Innenstadt, in: Die Baugilde 16 (1934), S. 293; Maelzer 1938.

(2) Die Fassadenbekleidung aus Muschelkalkplatten wurde bei der Instandsetzung des Hauses 1992-95 vollständig erneuert.

Literatur:
  • BusB IX 1971 / Seite 207
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 181-182
  • N.N./ Große Bauprojekte in der Berliner Innenstadt in
    Die Baugilde 16 (1934) / Seite 293
  • Bauwelt 27 (1936) 9 / Seite 214
  • Monatshefte für Baukunst und Städtebau 20 1936) / Seite 96
  • Die Bauzeitung 34 (47) (1937) / Seite 256
  • Maelzer, Wilhelm/ Haus der Schweiz, Berlin in
    Der Stahlbau 11 (1938) / Seite 165ff.
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 275 f.
  • Haberlandt 45 (1935)