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Wohnhaus & Geschäftshaus Wilhelminenhofstraße 46

Obj.-Dok.-Nr.: 09020184
Bezirk: Treptow-Köpenick
Ortsteil: Oberschöneweide
Strasse: Wilhelminenhofstraße
Hausnummer: 46
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus & Geschäftshaus
Datierung: 1905
Entwurf: Klemm, Gottfried (Architekt)
Ausführung: Lachmann und Zauber (Baumeister)
Bauherr: Gummiwerk Oberspree GmbH (AEG Kabelwerk Oberspree)

Die AEG förderte die Ansiedlung ihrer leitenden Angestellten in Oberschöneweide. Die Beamten und Ingenieure erhielten werkseigene Wohnungen mit vornehmer Ausstattung. In der Wilhelminenhofstraße 46, gegenüber dem Kabelwerk Oberspree, ließ die AEG 1905 ein repräsentatives Beamtenwohnhaus errichten (1) Gottfried Klemm, der führende Architekt in der AEG-Bauabteilung, entwarf ein bürgerliches Wohngebäude, bestehend aus Vorderhaus und Seitenflügel, das sich mit seiner qualitätvollen Gestaltung deutlich von der umgebenden Bebauung abhebt. Die Straßenfassade ist abwechslungsreich gegliedert. Im Erdgeschoss öffnen sich weite Bogenfenster zu den Geschäfts- und Ladenräumen. Die stämmigen Pfeiler zwischen den Bögen scheinen die drei oberen Wohngeschosse zu tragen. Im linken Fassadenabschnitt schließen sich Loggien mit verzierten Brüstungsfeldern zu einer Achse zusammen. Ein Gegengewicht bildet der Erker, der im dritten und vierten Stockwerk spornartig auskragt und oben in einem gedrungenen achtseitigen Turmaufsatz endet. (2)Gottfried Klemm gab dem Haus einen zurückhaltenden, aber doch wirkungsvollen Dekor. Die glatten Einfassungen der Fenster, die Naturstein imitieren sollen, wechseln mit rauen Putzflächen. Am gestuften Hauptgesims wurde ein Fries in Jugendstilformen ausgebildet. (3) (Die gitterartig verzierten Brüstungsfelder der Balkone und Loggien spielen auf gotisches Maßwerk an, das hier in modernem Sinne stilisiert wurde. Die Treppenhäuser in Vorderhaus und Seitenflügel besitzen noch die ursprüngliche Ausstattung.


1) Auftraggeber waren die Gummiwerke Oberspree GmbH, ein Zweigbetrieb des Kabelwerkes Oberspree. Vgl. auch: Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, S. 312; Dehio Berlin 2000, S. 239; Seeböck 2000, S. 30.

2) Die geschweifte Haube blieb nicht erhalten. Auch der Giebel, der über dem seitlich anschließenden Fassadenabschnitt aufragt, ist heute verändert.

3) An einer geschwungenen Linie reihen sich Blumen und Blütenkelche. Auch die zierlichen vegetabilen Ornamente unter den Fenstern des oberen Stockwerks folgen den Formen des Jugendstils.

Literatur:
  • Topographie Treptow-Köpenick/Nieder- und Oberschöneweide, 2003 / Seite 110-111