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Mietshaus & Laden Griechische Allee 14 Parsevalstraße 2 & 4

Obj.-Dok.-Nr.: 09020183
Bezirk: Treptow-Köpenick
Ortsteil: Oberschöneweide
Strasse: Griechische Allee
Hausnummer: 14
Strasse: Parsevalstraße
Hausnummer: 2 & 4
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus & Laden
Datierung: 1909 - 1911
Bauherr: Bartsch, Eduard (Weinhändler)
Bauherr: Brandau, Emil (Bauunternehmer)
Entwurf: Brandau und Sohn (Architekt & Baugeschäft)
Ausführung: A. Hüselitz (Baugeschäft)

Östlich der Antoniuskirche weitet sich die Griechische Allee zu einem baumbestandenen Anger. Die Grundstücke wurden für bürgerliche Wohnhäuser und öffentliche Einrichtungen freigehalten. Das Eckhaus Griechische Allee 14, Parsevalstraße 2/4 gehört zu den wenigen Gebäuden, die noch vor dem Ersten Weltkrieg am Anger errichtet wurden. (1) Weinhändler Eduard Bartsch ließ das viergeschossige Mietshaus 1909 von einem unbekannten Architekten entwerfen. Nach dem Konkurs des Eigentümers vollendete Bauunternehmer Emil Brandau 1911 den weit gehend fertig gestellten Rohbau. (2) Das Gebäude ist ein Beispiel für den reformierten Mietshausbau im frühen 20. Jahrhundert. Balkone, Loggien und Erker sorgen für eine abwechslungsreiche Fassadengestaltung und eine gute Belichtung der Wohnungen. Die Wandflächen sind einfach verputzt und mit einer einheitlichen Farbfassung in Altrosa versehen, aber durch zurückgesetzte Fensterachsen und schmale Gesimse lebhaft gegliedert. An der Ecke ist ein breiter Erker mit Giebel ausgebildet. Verglaste Loggien leiten zum zweigeschossigen Erker an der Parsevalstraße über. An den äußeren Achsen sieht man dreiseitig auskragende Balkone. Ein klassischer Eierstab rahmt die vertieften Wandfelder der Fensterachsen, während stilisierte Ornamente, beeinflusst vom Jugendstil, die Brüstungsfelder verzieren. Die antikisierenden Friese am Eckbau vermitteln den hohen künstlerischen Anspruch des bürgerlichen Wohnhauses. Im Relief vereinen sich Männer und Frauen zu einer festlichen Prozession. (3) Dem weihevollen Fries sind an der Parsevalstraße kleine Skulpturengruppen entgegengestellt. Die spielenden Putten, aufgesetzt auf die Brüstung des Erkers, formen ein stimmungsvolles Gegenbild. Die großzügig geschnittenen Wohnungen waren alle quer zu lüften und mit Bädern ausgestattet. Das Wohnhaus wurde 2000 vorbildlich restauriert.


1) Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, S. 325; Seeböck 2000, S. 28.

2) Die Fassadengestaltung geht wohl auf Emil Brandau zurück. Die Baupläne von 1909 zeigen eine abweichende Gliederung. Damals war auch ein steiles Dach mit Dachturm und Laterne geplant.

3) Der Fries am Giebel zeigt Figuren, die Gefäße verzieren, mit Wein füllen und auf einen Wagen verladen, während an der Parsevalstraße Opfertiere und Fruchtgirlanden zu einem Altar geführt werden.

Literatur:
  • Topographie Treptow-Köpenick/Nieder- und Oberschöneweide, 2003 / Seite 117-119