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Postamt Oberschöneweide

Obj.-Dok.-Nr.: 09020171
Bezirk: Treptow-Köpenick
Ortsteil: Oberschöneweide
Strasse: Griechische Allee
Hausnummer: 22
Strasse: Schillerpromenade
Hausnummer: 1
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Post
Datierung: 1909-1910
Entwurf: Struve, Hermann (Architekt)
Bauherr: Kaiserliche Oberpostdirektion

Das Postamt Oberschöneweide, Griechische Allee 22 / Schillerpromenade 1 gehört zum geplanten, aber nie vollendeten Zentrum der Gemeinde Oberschöneweide. Nach dem Bebauungsplan von 1902 sollten öffentliche Einrichtungen den Anger umschließen. Das gegenüberliegende Grundstück nördlich des Angers war für das Rathaus freigehalten. Postbaurat Hermann Struve kannte diese Planungen, als er 1909 das Gebäude für die kaiserliche Post entwarf. Das repräsentative Bauwerk, errichtet auf einem Eckgrundstück, wendet sich mit zwei spiegelgleichen Fassaden einerseits zur ehemaligen Rathausstraße, andererseits zur Schillerpromenade, die als vornehme Hauptstraße mit begrüntem Mittelstreifen auf das geplante Rathaus zuläuft. Das Gebäude vertritt eine neue Generation von Postämtern im frühen 20. Jahrhundert, die bisher übliche historisierende, meist neugotische Bauweise wurde aufgegeben. Ein monumentaler, strenger Aufbau ist mit barocken Formen verbunden. Die Obergeschosse werden durch glatte Lisenen gegliedert. Barocke Reminiszenzen erscheinen vor allem an den Risaliten der beiden symmetrischen Fassaden. Ein Dreiecksgiebel überspannt die mittleren Fensterachsen. Die abgeschrägte Ecke an der Straßenkreuzung war einst mit einem großen Mosaikfeld mit dem Wappen des Deutschen Reiches verziert. Der Architekt bildete die Eingänge nicht an den Risaliten aus, wie es für ein barockes Bauwerk typisch gewesen wäre, sondern ordnete an den Außenseiten der beiden Flügel zurückgesetzte Treppenhäuser an. Die schlitzartigen Fenster und Blendfelder verweisen auf die Baukunst der beginnenden Moderne. Das Postamt ist seit 2000 geschlossen.

Literatur:
  • Topographie Treptow-Köpenick/Nieder- und Oberschöneweide, 2003 / Seite 120