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Wohnanlage Goethestraße & Parsevalstraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09020149
Bezirk: Treptow-Köpenick
Ortsteil: Oberschöneweide
Strasse: Goethestraße
Hausnummer: 7 & 9 & 11 & 13 & 15 & 17
Strasse: Parsevalstraße
Hausnummer: 6 & 8 & 10 & 12 & 14
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnanlage
Datierung: 1929-1930
Entwurf: Baars, M. W. (Architekt)
Ausführung: Berlinische Baugesellschaft m.b.H. (Baugesellschaft)
Bauherr: Grundstücks- und Industriegesellschaft Osten mbH (Siedlungsbauunternehmen)

Der Geländestreifen zwischen Wilhelminenhofstraße und Griechischer Allee war nach dem Ersten Weltkrieg noch unbebaut, sieht man von einzelnen Grundstücken ab, die die Terraingesellschaft bereits um 1910 verkauft hatte. Die öffentliche Wohnungsbauförderung der Weimarer Republik gab einen Anschub für die weitere Bebauung. Wohnungsbaugesellschaften errichteten Siedlungen in geschlossener Blockrandbauweise mit großzügig begrünten Innenflächen. Die Wohnanlage Goethestraße 7/17, Parsevalstraße 6/14 entstand 1929/30 im Auftrag der Grundstücks- und Industriegesellschaft Osten GmbH. (1) Architekt M. W. Baars entwarf eine geschwungene viergeschossige Wohnbebauung, die mit ihrer dynamischen Gestaltung zu den bestimmenden Zeugnissen der Moderne im Südosten Berlins gehört. Die Wohnanlage bildet im Grundriss eine Parabel, die auf die Kreuzung von Goethe-, Parseval- und Kilianistraße ausgerichtet ist. Die beiden seitlichen Arme streben auf den gerundeten Kopfbau zu, der sich effektvoll in den Platzraum staffelt. Die mittleren Achsen sind durch Loggien betont. Dunkelrot gefärbte Fensterbänder wechseln mit weißen Streifen. Über rhythmisch gereihten Dachbodenfenstern ruht ein auskragendes Flachdach. Die fließenden Linien, die horizontalen Farbbänder verweisen auf die Großstadtarchitektur des modernen Berlin, sie galten als Sinnbilder des rasanten großstädtischen Lebens. Die Wohnanlage kann diesen Anspruch wirkungsvoll vermitteln, betrachtet man die gegenüberliegende Siedlung der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Angestellten-Heimstätten (Gagfah), die zeitgleich von Walter Stridde in einer konservativen Formensprache errichtet wurde. (2) Dort gliedern Treppenhausachsen in regelmäßiger Folge die schlichten Putzfassaden, bedeckt von einem Satteldach.


1) Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, S. 323; Dehio Berlin 2000, S. 238; Seeböck 2000, S. 51.

2) Die Siedlung an Goethestraße 19/33 und 35/73, Schillerpromenade 3/4 und 9/10 sowie Kilianistraße 4/16 und 18/48 umschließt zwei Blöcke. Zu den Bauformen siehe Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, S. 323-324; Seeböck 2000, S. 51-52.

Literatur:
  • Topographie Treptow-Köpenick/Nieder- und Oberschöneweide, 2003 / Seite 119