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Kleinwohnungsbau Dr. Bodenstedt 1

Obj.-Dok.-Nr.: 09020148
Bezirk: Treptow-Köpenick
Ortsteil: Oberschöneweide
Strasse: Fuststraße
Hausnummer: 30 & 32 & 34 & 36 & 38 & 40 & 42 & 44 & 46 & 48 & 50 & 52 & 54
Strasse: Edisonstraße
Hausnummer: 36 & 36A & 36B
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnanlage
Datierung: 1929-1931
Entwurf: Mühlau, Willy (Architekt)
Bauherr: Bodenstedt, Dr. Friedrich (Kaufmann)
Ausführung: Schlundt und Schenck GmbH (Bauunternehmen)

In der Edisonstraße steht eine (...) Wohnanlage des Architekten Willy Mühlau, die als überzeugendes Beispiel für einen sozial orientierten und qualitätvoll gestalteten Wohnungsbau gelten kann. Zeitgleich mit dem Baublock an Edison- / Zeppelin- und Roedernstraße wurde 1929-31 die Wohnanlage Fuststraße 30-54 / Edisonstraße 36-36B errichtet. (1) Mühlau arbeitete hier nicht für das eigene Wohnungsbauunternehmen, sondern für die private Gesellschaft "Kleinwohnungsbau Dr. Bodenstedt". Die dreigeschossige Wohnhauszeile ist in den Baublock gegenüber der Paragon-Kassenblock-Fabrik eingebunden. Die lang gestreckte Anlage an der Fuststraße setzt sich bogenförmig bis in die Edisonstraße fort. Dort erscheint sie als prägende Stadtkante am nördlichen Ortseingang des Wohngebiets. Die individuelle Architektursprache Mühlaus ist deutlich erkennbar: Das durchlaufende Satteldach fasst die aus vierzehn Häusern bestehende Wohnanlage über die gesamte Länge zusammen. Die Fassaden sind verputzt, hell gefasst und durch farbige Bänder gegliedert. Graue Putzstreifen, gerahmt von roten Putzgesimsen, fassen je eine Treppenhausachse mit den flankierenden Fensterachsen zusammen. In den unteren Farbstreifen schneiden die Treppenhausportale ein. Die Hauseingänge werden von wulstartigen Profilen aus Betonwerkstein gerahmt, aus der Einfassung sind schlanke Schlusssteine herausgezogen. Um die lange Front zur Fuststraße aufzulockern, wurde die Fassadengestaltung im mittleren Abschnitt variiert. Mühlau wiederholte hier das Motiv der Treppenhauserker. Im Unterschied zur Edisonstraße 30-33 wurden jedoch rechtwinklig hervortretende Achsen ausgebildet.


1) Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, S. 329; Seeböck 2000, S. 49-50.

Literatur:
  • Topographie Treptow-Köpenick/Nieder- und Oberschöneweide, 2003 / Seite 131