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Haus Landefeld mit Chauffeurhaus

Obj.-Dok.-Nr.: 09020115
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Hüttenweg
Hausnummer: 7
Strasse: Gelfertstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus & Chauffeurshaus & Einfriedung
Datierung: 1922-1923
Entwurf: Meurin, Edmund (Architekt)
Bauherr: Landmann, Wilhelm (Kaufmann)

Das Haus Landefeld auf dem Eckgrundstück Hüttenweg 7, Gelfertstraße, gehört seit einem Umbau 1957 zum Gebäudebestand der Freien Universität. (1) Die während der Inflationszeit 1922-23 errichtete Villa verkörpert allerdings noch die traditionalistische Stilrichtung der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, die in den 1920er Jahren noch gerne für den repräsentativen Privatwohnhausbau angewandt wurde. Das Eigenheim für den Geschäftsführer der Flüchtlingsheim GmbH Wilhelm Landefeld, dessen Unternehmen von dem nach dem Ersten Weltkrieg einsetzenden Flüchtlingsstrom profitierte, entwarf der Leiter der Hochbauabteilung der Hugo Stinnes AG, Edmund Meurin. (2)

Meurin variierte geschickt Elemente des niederländischen Palladianismus, um dem Haus von Landefeld Repräsentation zu verleihen. (3) Eine breite Lagerung mit einem über kräftigem Konsolgesims auskragenden Walmdach, weiße Sprossenfenster in roten Backsteinfronten und vor allem ein Nischenportal mit Kolossalpfeilern sind die geeigneten Stilmittel. Barockem herrschaftlichem Muster folgt auch der axial ausgerichtete Grundrissaufbau des Erdgeschosses. An der Rückseite liegt eine Enfilade mit Zimmer für die Dame, Salon und Speisezimmer, die sich mit Loggia, Terrasse und Wintergarten zum Gartenparterre öffnet, während sich im Obergeschoss die privateren Räume wie Schlafzimmer mit Ankleidezimmer und Bad befinden. Zum gehobenen Wohnstil Landefelds passt das dazugehörige Chauffeurwohnhaus mit Garage, das die gleichen Bauformen zeigt und mit dem Haupthaus durch eine Ziegelmauer verbunden ist. So bietet sich auch hier, jedoch mit anderen architektonischen Mitteln als beim Nachbarhaus Isay von Breuhaus de Groot, ein Eindruck von großbürgerlichem Wohnen der Weimarer Zeit.

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(1) Hajos, E. M./ Zahn, L.: Berliner Architektur der Nachkriegszeit, Berlin 1928, S. 120.

(2) Edmund Meurin (1893-1983). 1921 hatte die Bauabteilung der Stinnes AG die Berliner AVUS vollendet. Für deren Rennbetrieb errichtete Meurin 1923 das Tribünen- und Verwaltungsgebäude.

(3) Siehe u.a. zum Baustil das 1775 erbaute Waisenhaus in Oranienburg bei Berlin, das eine ähnliche Fassadengliederung zeigt.

Literatur:
  • Hajos, E.M.; Zahn, L. Berliner Architektur der Nachkriegszeit, Berlin 1928
    / Seite 120 (Adresse dort Gelfertstraße 39-41), Erwähnung
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 248