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Gemeindehaus der Christuskirche

Obj.-Dok.-Nr.: 09020088
Bezirk: Treptow-Köpenick
Ortsteil: Oberschöneweide
Strasse: Firlstraße
Hausnummer: 16A
Strasse: Griechische Allee
Hausnummer: 59
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Gemeindehaus
Datierung: 1926-1928
Entwurf & Ausführung: Eveking, Albert (Architekt)
Bauherr: Ev. Kirchengemeinde Oberschöneweide

Neben der Christuskirche, auf dem Grundstück Firlstraße 16, Ecke Griechische Allee 59, wurde nach dem Ersten Weltkrieg das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde erbaut. (1) Aus Kostengründen führte man 1926 nur die beiden unteren Geschosse auf, während das Saalgeschoss erst 1928 hinzugefügt wurde. Das eindrucksvolle Bauwerk aus blauroten Klinkern, entworfen von Albert Eveking aus Niederschöneweide, nimmt einen wichtigen Platz im Stadtbild Oberschöneweides ein. Das Gemeindehaus betont die westliche Ecke des Kirchplatzes und leitet zur Griechischen Allee über. Der Architekt schuf einen kraftvollen Bau, der mit seinen verfremdeten gotischen Pfeiler- und Bogenmotiven deutliche Anklänge an den Expressionismus zeigt. Aufstrebende Wandpfeiler sorgen für eine straffe vertikale Gliederung. In den zurückgesetzten Achsen sind unten gotisierende Spitzbogenfenster ausgebildet, während sich in den Obergeschossen zweigeteilte rechteckige Fensterbahnen öffnen. Die nördliche Achse durchbricht mit einem Stufengiebel das weit auskragende Traufgesims. Das Wandfeld, das über alle Geschosse reicht, endet unter dem Giebel mit einem kreuzförmig geteilten Spitzbogenfenster. Eveking ordnete dort das Treppenhaus an, das eine sachliche Ausstattung erhielt. Eine doppelarmige Treppe führt zum Gemeindesaal im zweiten Obergeschoss. An der südlichen Stirnseite, ausgerichtet auf die Griechische Allee, tritt der mittlere Fassadenabschnitt bogenförmig hervor, ähnlich einer Apsis romanischer Kirchen. Die Pfeiler wechseln mit hohen verschatteten Nischen, die oben in einem dreieckigen Abschluss auslaufen. Die vereinfachten, archetypischen Motive mittelalterlicher Baukunst erzeugen eine eigenwillige sakrale Aura.


1) Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, S. 321; BusB VI, S. 442-443; Dehio Berlin 2000, S. 234; Seeböck 2000, S. 38.

Literatur:
  • Topographie Treptow-Köpenick/Nieder- und Oberschöneweide, 2003 / Seite 124 f.