denkmal  

 

Liste, Karte, Datenbank - Denkmaldatenbank

Ensemble Stralauer Straße

Obj.-Dok.-Nr.: 09020052
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Stralauer Straße
Hausnummer: 48 & 49 & 50 & 51 & 52 & 53 & 54 & 55 & 56 & 57 & 58
Strasse: Klosterstraße
Hausnummer: 59
Strasse: Littenstraße
Hausnummer: 109
Strasse: Molkenmarkt
Hausnummer: 1 & 2 & 3
Strasse: Rolandufer
Hausnummer: 13
Strasse: Neue Jüdenstraße
Hausnummer: 1 & 2 & 3
Denkmalart: Ensemble
Sachbegriff: Bauwerksensemble

Auf dem schmalen Streifen zwischen Mühlendamm, Stralauer Straße, Rolandufer und Littenstraße befindet sich das Ensemble Stralauer Straße 42-45, 48-58, das die Stadtentwicklung in diesem Gebiet um 1910, vor allem aber in den 1930er Jahren dokumentiert. Ein ehemals kleinteilig bebautes Wohnviertel, das sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Armenviertel entwickelt hatte, sollte durch den Bau von Verwaltungs- und Geschäftsgebäuden "saniert" werden. Parallel zum Bau des nahe gelegenen Alten Stadthauses entstand zunächst 1906-09 auf dem Grundstück des ehemaligen Waisenhauses das Verwaltungsgebäude der Städtischen Gaswerke. In den 1930er Jahren wurde das gesamte Gebiet zusammen mit dem Bereich am Stadthaus zum "Verwaltungsforum" bestimmt. Insgesamt sieben große Neubaukomplexe im Bereich Molkenmarkt und Spreeufer sollten den Raumbedarf der Städtischen Verwaltung decken. (1) Der 1936 begonnene Ausbau der Mühlendamm-Schleuse und die Verbreiterung der Mühlendamm-Brücke für den stetig wachsenden Verkehr standen ebenfalls im Zusammenhang mit diesen Planungen. Realisiert wurde 1936-42 am Molkenmarkt ein Neubau für die Münze unter Einbeziehung des barocken Palais Schwerin, für den das alte Krögel-Viertel zwischen Spree und Stralauer Straße abgerissen worden war. An der Stralauer Straße wurde 1935-39 ein Städtisches Verwaltungsgebäude an das GASAG-Gebäude angefügt. Die beiden Geschäftshäuser Stralauer Straße 42-43 und 44-45, beide um 1910 gebaut, waren für den geplanten Neubau eines weiteren Verwaltungsgebäudes zum Abriss vorgesehen. (2) Sie blieben erhalten, da die Ausführung des Gesamtkonzeptes mit den 1937 einsetzenden Planungen des Generalbauinspektors für Berlin und mit Kriegsbeginn 1939 nach und nach eingestellt wurde. (3)


(1) Vgl. Schäche 1991, S. 170ff.

(2) Stralauer Straße 42-43, Geschäftshaus, 1909-10. Stralauer Straße 44-45, Geschäftshaus, 1911-13 von Felix Lindhorst. An dieser Stelle war das Städtische Verwaltungsgebäude B geplant (vgl. Schäche 1991, S. 175f.) Beide Häuser werden z. Zt. in den Neubaukomplex "Unternehmenszentrale Rolandufer" zwischen Stralauer Straße und Rolandufer eingebaut.(3) "Generalbauinspektion": Staatliche Planungsbehörde für alle Bauangelegenheiten, Leitung Albert Speer. Deren Planungen sahen ein städtisches Forum im Bereich der "Nord-Süd-Achse" vor. Vgl. Schäche 1991, S. 173.

Literatur:
  • Schäche, Architektur, 1991 / Seite 170 ff.
  • Berlin - Photographien von Waldemar Titzenthaler, 1990 / Seite 26
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 212 f.