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Warenhaus Rudolph Hertzog

Obj.-Dok.-Nr.: 09020050
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Brüderstraße
Hausnummer: 26
Strasse: Scharrenstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Kaufhaus
Datierung: 1908-1909
Entwurf: Hochgürtel, Gustav (Architekt)
Ausführung: Held und Francke

Das ehemalige Kaufhaus Rudolph Hertzog wurde 1839 als "Manufactur-Waaren-Handlung" in der Breite Straße gegründet. Neben den Kaufhäusern N. Israel und Hermann Gerson zählte es zu den ältesten Kaufhäusern im Berliner Zentrum. (1) Bis zur Jahrhundertwende dehnte sich der Komplex beinahe über das gesamte Karree zwischen Breite Straße, Brüderstraße, Scharrenstraße und Neumannsgasse aus. Von den ehemaligen Bürgerhäusern, die die Firma Hertzog umgebaut oder aufgestockt hat, ist keines erhalten. Überliefert ist nur der 1908-09 vom Architekten Gustav Hochgürtel errichtete Kaufhausteil Brüderstraße 26 an der Ecke Scharrenstraße. (2)

Um 1909 waren die durchgehenden Pfeilerfassaden der Warenhäuser nicht mehr in der konsequenten Form möglich, die Alfred Messel mit dem Kaufhaus Wertheim 1896 eingeführt hatte. Baupolizeiliche Vorschriften verboten große Glasflächen zwischen den Pfeilern. Der strenge Vertikalismus wurde aufgegeben und traditionellere Gliederungen einer mehr geschlossenen Fassade traten wieder an seine Stelle. Der viergeschossige massive Baukörper des Warenhauses Hertzog ist sowohl an der dreiachsigen Eingangsfront in der Scharrenstraße als auch an der Brüderstraße durch übergiebelte Risalite in neobarocken, schlossähnlichen Formen gegliedert. Das Erdgeschoss besteht nicht aus einem durchlaufenden Schaufensterband, sondern es ist als Sockelgeschoss mit unterschiedlich breiten Bögen ausgebildet. Das Gebäude ließ sich so besser in die Front der Bürgerhäuser in der Brüderstraße einfügen. (3) Die Fassaden sind nach Beseitigung der Kriegsschäden in den 1960er Jahren vereinfacht wieder hergestellt worden.


(1) Vgl. BusB VIII, Bd. A, S. 89ff.

(2) Vgl. Rudolph Hertzog 1839-1939, S. 3f.

(3) Vgl. Rudolph Hertzog Agenda 1908, Berlin 1908, S. 66-67, 70f., 74f; Rudolph Hertzog Agenda 1913, Berlin 1913, S. 81, 84, 86-88, 90, 92f.

Literatur:
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite S. 84 f.
  • Volk/ Berlin - Historische Straßen und Plätze heute, 1978 / Seite S. 130, 160 f.
  • Hertzog, Rudolph/ Agenda 1913 / Seite S. 81, 84, 86-88, 90, 92-93.
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 222
  • Haberlandt 18 (1908)