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Renée-Sintenis-Platz

Obj.-Dok.-Nr.: 09012525
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Friedenau
Strasse: Renée-Sintenis-Platz
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Stadtplatz & Plastik
Datierung: 1872 & um 1900 & 1955
Entwurf: Tümler, Karl (Gartenarchitekt)
Entwurf: Sintenis, Renée (Bildhauerin & Graphikerin)
Bauherr: Gemeinde Friedenau
Bauherr: Land Berlin
Bauherr: Gartenbauamt Schöneberg

Der 1872 angelegte Renée-Sintenis-Platz (Abb. 83, Liste Nr. 179), vormals Wilmersdorfer Platz, ist ein prägnanter Bestandteil der charakteristischen Friedenauer Straßenfigur nach der Planung Carstenns. Der Rundplatz mit begrüntem Mittelrondell und vier Einmündungen der Handjerystraße und der Schmargendorfer Straße bildet das östliche Pendant zum Schillerplatz an der Wiesbadener Straße. Die beiden Plätze sind symmetrisch zur Hauptachse der Carstenn-Figur, der heutigen Bundesallee, an deren Peripherie angeordnet. Während jedoch das Mittelrondell des Schillerplatzes 1957 für eine Straßenkreuzung aufgehoben wurde, ist die Struktur des Renée-Sintenis-Platzes bis heute erhalten.

Eine Lindenreihe und Vorgärten betonen die geschwungene Linienführung der Häuserfronten. Von der schlichten Platzgestaltung um 1900, deren Gartenarchitekt nicht bekannt ist, zeugt bis heute das in Verlängerung der Straßenachsen geführte Wegekreuz. Es vereinigt sich im Zentrum zu einem Rondell. In westlicher Richtung erscheint hier als Point de vue der Schmargendorfer Straße der Turm der evangelischen Kirche "Zum Guten Hirten" auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz. Die Gestaltung der Viertelkreisflächen des Platzes - Rasenflächen mit lockerem Baumbestand von überwiegend Birken - ist ebenfalls überliefert.

1955 wurde der Platz von dem 1893 geborenen Gartenarchitekten Karl Tümler zum Teil neu gestaltet. Die einfassenden Tiergartengitter und die Festons hinter den die Wege säumenden Hecken verschwanden. Die Wege erhielten eine Befestigung aus Kleinsteinpflaster mit Schlackesteinen als Einfassung. Im Mittelrondell befinden sich heute vier Sitzbankgruppen mit Kopf an Kopf aufgestellten, durch Hecken getrennten Bänken.

1970 erhielt der Platz seine neue Namensgebung nach der Bildhauerin und Graphikerin Renée Sintenis (1888-1965). Ihre Bronzeplastik "Grasendes Fohlen" von 1929 wurde im gleichen Jahr in der Nähe des Rondells aufgestellt. In seiner städtebaulich exponierten Lage prägt der Platz das älteste Baugebiet Friedenaus auf charakteristische Weise mit.

Literatur:
  • --- / Seite 33
  • BusB XI 1972 / Seite 291
  • Topographie Schöneberg/Friedenau, 2000 / Seite 70