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Siedlung "Mariengarten"

Obj.-Dok.-Nr.: 09012523
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Marienfelde
Strasse: Belßstraße
Hausnummer: 26 & 26A & 26B & 26C & 26D & 26E & 26F & 26G & 26H & 28 & 28A & 28B & 28C & 28D & 28E & 28F & 28G & 28H & 30 & 30A & 30B & 30C & 30D & 30E & 30F & 30G & 30H & 32 & 32A & 32B & 32C & 32D & 32E & 32F & 32G & 32H & 34 & 34A & 34B & 34C & 34D & 34E & 34F & 34G & 34H & 36 & 36A & 36B & 36C & 36D & 36E & 36F & 36G & 36H
Strasse: Sonnenscheinpfad
Hausnummer: 1 & 2 & 3 & 4 & 5 & 6 & 7 & 8 & 9 & 10 & 11 & 12 & 13 & 14 & 15 & 16 & 17 & 18 & 19 & 20 & 21 & 22 & 23 & 24 & 25 & 26 & 27 & 28 & 29 & 30 & 31 & 32 & 33 & 33A & 34 & 35 & 36 & 37 & 38 & 39 & 40 & 41 & 42 & 43 & 44 & 45 & 46 & 47 & 48 & 49 & 50 & 51 & 52 & 53 & 54 & 55 & 56 & 57 & 58 & 59 & 60 & 61 & 62 & 63 & 64 & 65 & 66 & 67 & 68
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Siedlung
Datierung: 1932-1933
Entwurf: Bischof, Josef (Architekt)
Entwurf: Paulus und Paulus (Architektensozietät)
Bauherr: Baugesellschaft Mariengarten AG

Unter Mitarbeit der Architekten Ernst und Günther Paulus errichtete Josef Bischof 1932-33 den dritten Abschnitt der Siedlung "Mariengarten" mit den einheitlich gestalteten Reihenhauszeilen Belßstraße 26A-H/36A-H und Sonnenscheinpfad 1/67, 2/68. (1) Nach der Wirtschaftskrise war man gezwungen, für den nördlichen Teil des Siedlungsgeländes eine kostengünstige Bauweise zu finden, denn für den größten Teil der Bevölkerung war das freistehende Einzelhaus, wie es im ersten Siedlungsabschnitt anzutreffen ist, unerschwinglich geworden. Josef Bischof entschied sich deshalb für straßenbegleitende zweigeschossige Reihenhauszeilen mit kleinen Hauseinheiten, zu denen jeweils ein lang gestreckter Nutzgarten gehört. Von der Belßstraße gehen rechtwinklig Stichstraßen mit Reihenhäusern ab. Der Sonnenscheinpfad, der in der Mitte platzartig aufgeweitet ist, endet als Sackgasse. Die Bebauung nördlich der Belßstraße wird durch drei kurze Stichstraßen erschlossen. Um Baukosten zu sparen, bildete Josef Bischof ganz schlichte, schmucklose, weiß verputzte Fassaden aus. Es fehlen die typischen heimatlichen Elemente wie Giebel oder Erker. Immer zwei Hauseingänge mit braunen Holztüren sind durch einen gemeinsamen Architrav zusammengefasst. Für Abwechslung sorgen die farbigen Fensterläden der quadratischen Erdgeschossfenster. Durch den Versatz der Zeilen gelang es, die Bebauung ein wenig aufzulockern. Die mittleren Reihenhauszeilen des Sonnenscheinpfads sind etwas zurückgesetzt, die nördlichen Zeilenabschnitte durch eine schmale Lücke von der übrigen Bebauung abgesetzt. Es gibt zwei Grundrissvarianten, die sich durch die Lage der Treppe innerhalb des Hauses unterscheiden. Durch den Flur gelangt man in das an der Rückseite des Hauses angeordnete Wohnzimmer, von dem eine Terrassentür zum recht kleinen Gartengrundstück führt. Neben dem Eingang liegt die Küche. Im Obergeschoss sind zwei Schlafzimmer und das Bad untergebracht. Das flach geneigte, an den Enden der Reihenhauszeilen abgewalmte Satteldach wurde nicht zu Wohnzwecken ausgebaut. Die stark überformten Zeilen an der Friedrichrodaer Straße, am Welterpfad und an der Estersstraße stehen nicht unter Denkmalschutz.


(1) Bischof, Josef: Krankenhäuser, Sparkassen, Wohnbauten und Kirchen. Neuere Bauten von Josef Bischof, in: Monatshefte für Baukunst und Städtebau 17 (1933), S. 367-368; BusB IV A, S. 237-238; BusB IV D, S. 103-105, 258; Kleine Häuser in der Großen Stadt. Kleinhaussiedlungen in der Berliner Siedlungskultur, Berlin 2002, S. 26.

Literatur:
  • BusB IV A 1970 / Seite 337-338
  • Tempelhof. Bauten, Straßen, Plätze, 1992Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 213ff.