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Abflusskanal des ehem. Springbrunnens mit Auslass

Obj.-Dok.-Nr.: 09012502
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Lustgarten
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Abflußkanal
Datierung: 1828-1829
Entwurf: Schinkel, Karl Friedrich (Architekt)
Bauherr: Preußischer Staat

Mit dem Bau des Alten Museums wurde zwischen 1830 und 1833 auch der Lustgarten nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel gartenkünstlerisch gestaltet. Er bestand aus sechs Rasenfeldern, die westlich und östlich von Kastanien eingefasst waren. Die beiden nördlichen Felder bildeten vor der Freitreppe des Alten Museums mit der Granitschale ein Halbrund, inmitten der vier südlichen Rasenfelder, im Schnittpunkt der Museums- und Domachse war ein Springbrunnen aufgestellt. Die Wasserförderung für den Springbrunnen übernahm eine von der Berliner Maschinenbauanstalt F. A. Egells gelieferte Dampfmaschine, die in einem von Schinkel entworfenen Maschinenhaus nördlich des alten Börsengebäudes stand. Das Wasser floss im Lustgarten über einen aus Ziegeln gemauerten Kanal ab, der mit Granitplatten abgedeckt war. Von der gesamten Anlage sind nur der Abflusskanal des Brunnens und der Auslass erhalten. Die mit einem flachen Segmentbogen überwölbte Auslassöffnung in der 1828-29 erneuerten Spreekanalmauer, in den Quellen auch "Grotte" genannt, wird von einer in Sandstein gearbeiteten Delphindarstellung geschmückt, die Schinkel entworfen hat. (1) In ihrer Formgebung sind sie antiken Delphindarstellungen nachempfunden und mit großer handwerklicher Meisterschaft ausgeführt. Schinkel schrieb dazu 1829: "Die Gelegenheit hier einen Wasserfall von 5 bis 6 Fuß Höhe bei gewöhnlichem Stande des Sommerwassers zu bilden, hat die Auszeichnung dieser Stelle als angemessen erscheinen lassen."


(1) Zeichnung Schinkels in: Rave 1948, Abb. 84.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 236