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Mietshausgruppe Scharnweberstraße 64 & 65 Antonienstraße 1

Obj.-Dok.-Nr.: 09012329
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Scharnweberstraße
Hausnummer: 64 & 65
Strasse: Antonienstraße
Hausnummer: 1
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshausgruppe
Datierung: 1903-1906
Entwurf: Freydank, Paul (Maurermeister)
Bauherr: Becker

Die frühe Chaussierung schuf die Grundlage sowohl für die um 1860 einsetzende Besiedlung entlang der Scharnweberstraße als auch für die Entwicklung des nördlich angrenzenden Wohngebietes. Sie bildete die Basis des rechtwinklig einmündenden Rasters der bis zur Jahrhundertwende von Einzelunternehmern angelegten Wohnstraßen; von ihr ging die bauliche Entwicklung von Reinickendorf-West aus. In ähnlicher Weise wie bei den anderen Hauptverkehrsstraßen entstand zuerst eine niedrige, ein- bis zweigeschossige, weit gestreute, ländliche Vorstadtbebauung aus Büdner- oder Mietwohnhäusern. In der Spätphase des Kaiserreichs veränderte sich das Bild der Straße durch den Bau städtischer Mietshäuser mit Geschäften im Erdgeschoss, deren Entstehen nach der Ausdehnung der Berliner Bauordnung auf die Vororte im Jahre 1887 sowie der Bauklasseneinteilung von 1892 möglich wurde. Sie bestimmen noch heute, wenn auch durch den Einbau von Lärmschutzfenstern in neuerer zeit und durch die Entdekorierungswelle der 50er Jahre außerordentlich beeinträchtigt, den Stadtcharakter der Geschäftsstraße. Zwei beispielhafte Wohnbauten aus wilhelminischer Zeit haben sich erhalten und vermitteln die einstmalige Gestaltungsvielfalt der Mietshausarchitektur an der Scharnweberstraße. Fast die gesamte Blockkante zwischen Antonienstraße und Eichborndamm nimmt die aus drei Mietshäusern bestehende Hausgruppe Scharnweberstraße 64-66 ein. In zwei Abschnitten von 1903 bis 1906 für den Privatier Becker von dem Maurermeister Paul Freydank erbaut, formt ihr geschwungener Kontur den Straßenverlauf nach. Der traditionelle Wechsel von Balkonen und Erkern, von Zwerchhäusern bekrönt, prägt den Fassadenaufbau, in dem sich deutlich die zwei verschieden dekorierten Bauteile abzeichnen, wobei das zuerst errichtete Wohnhaus (Nr. 64) ein mehr flächiges, vom Jugendstil entlehntes Pflanzenornament schmückt.

Literatur:
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 201