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Paracelsusbad

Obj.-Dok.-Nr.: 09012291
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Roedernallee
Hausnummer: 200 & 201 & 202 & 203 & 204
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bad
Datierung: 1957-1960
Entwurf: Hochbauamt Reinickendorf
Bauherr: Bezirksamt Reinickendorf

Weithin sichtbar zeigt der 26 m hohe Wasserturm wie eine Landmarke den Standort des Paracelsus-Bades an. (1) Zentral im Bezirk an der Roedernallee 200-204 gelegen, entstand das Stadtbad nach einem Entwurf des Reinickendorfer Hochbauamtes 1957-60 als erster Neubau eines Hallenbades in Berlin seit den 30er Jahren. Bestimmend für die Größe des Gebäudekomplexes am westlichen Ausgang des Ortskerns Alt-Reinickendorf war ein Reinickendorfer und Weddinger Einzugsgebiet von rd. 300 000 Einwohnern. Technisch hervorzuheben ist die eigene Wasserversorgung, die über zwei Tiefbrunnen und den Wasserturm - mit Hochbehältern für Trink- und Warmwasser -, der zur Erzielung eines konstanten Wasserdrucks benötigt wurde, erfolgte. Versorgungstechnisch mit berücksichtigt wurde bereits bei der Ausführung das westlich des Hallenbades in dem angrenzenden Laubengelände projektierte, jedoch bis heute nicht ausgeführte Freibad.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Kienhorstpark gelegen und mit eigenen Grünflächen umgeben, orientierte sich das Bad an der neuen Verkehrsführung, die die Roedernallee zwischen der Kremmener Bahn und Lindauer Allee in Richtung Teichstraße verschwenkte. Geschickt fügen sich kubische Baukörper, die ihre Nutzungen klar zum Ausdruck bringen, zu einer kompakten Gesamtanlage zusammen: nach Süden, zur Lindauer Allee gerichtet, der Schwimmhallenbau - hier musste wegen des hohen Grundwasserstandes die Schwimmhalle in das Obergeschoss gelegt werden - mit dem Wasserturm an der Westseite, sowie nach Norden, entlang der Roedernallee, der zweigeschossige Bäderflügel mit dem Haupteingang zur Roedernallee.

Ebenso wie bei nahezu allen Kommunalbauten Reinickendorfs der 50er Jahre kennzeichnet auch hier das konstruktive Gerüst des Stahlbetonbaus sowie Transparenz die Architektur. So erhielt der Bäderflügel zwei begrünte, innen liegende Lichthöfe, deren großflächige Stahlrahmen-Verglasungen die Eingangshalle mit der freiliegenden Treppenanlage belichten. In der Querachse, zwischen den Höfen angeordnet, trennt sie zusammen mit dem Erfrischungsraum den gesamten Bäderflügel, sodass eine durchgehende, transparente Zwischenzone entsteht, die den freien Blick vom Eingang bis zum Erfrischungsraum und weiter zu der dahinterliegenden Grünanlage ermöglicht. Außen verkleiden Ziegel die vertikale Skelettkonstruktion, während die dazwischenliegenden Felder ebenso wie der Turm eine Verblendung mit Kacheln erhielten.


1) R. F. Schirmer, Paracelsus-Bad in Berlin-Reinickendorf. In: Die Bauverwaltung (12) 1962, S. 611 ff.; Hugo Feurich, Das Paracelsus-Bad in Berlin-Reinickendorf. In: Sanitäre Technik, 1961, H. 10, S. 433 ff.; 5 Jahre Paracelsus-Bad. Hrsg. v. Bezirksamt Reinickendorf. Berlin-Reinickendorf 1965.

Literatur:
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 181f.
  • Schirmer, F., Paracelsus-Bad in
    Die Bauverwaltung 11 (1962) 12 / Seite 611-615
  • 5 Jahre Paracelsusbad, 1965 / Seite ...