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Wohnanlage Simmelstraße & Kühleweinstraße & Gedonstraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09012229
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Pankower Allee
Hausnummer: 35 & 37 & 39 & 41 & 43
Strasse: Gedonstraße
Hausnummer: 1 & 2 & 3 & 4 & 5 & 6 & 7 & 8 & 9 & 10 & 11 & 12 & 13
Strasse: Kühleweinstraße
Hausnummer: 45 & 47 & 49 & 51 & 53 & 55 & 57 & 67 & 69 & 71 & 73 & 79 & 81
Strasse: Mittelbruchzeile
Hausnummer: 34 & 36 & 38 & 40 & 42 & 44 & 46
Strasse: Simmelstraße
Hausnummer: 30 & 31 & 32 & 33 & 34 & 35 & 36 & 37 & 38 & 39 & 40 & 41 & 42
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnanlage
Datierung: 1928-1929
Entwurf: Jessen, Hans (Architekt)
Bauherr: DEGEWO

Die großfigurige Randbebauung ist in Berlin seit 1925 die typische Bebauungsform für Wohnanlagen und Siedlungen. Baublöcke werden nicht mehr parzellenweise erschlossen, sondern in Großformen umbaut. Im Zuge des Ende der 20er Jahre einsetzenden Siedlungsschubes um Pankower Allee und Letteallee entstehen durch gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften und gefördert mit Mitteln der Hauszinssteuer über 1 000 Wohnungen. Mehrgeschossige, nach modernen Grundsätzen des Städtebaus errichtete Wohnanlagen kommen auf den großen, freien Terrains nördlich und südlich der Pankower Allee zwischen der älteren Bebauung zur Ausführung.

Hans Jessen entwarf an der Westseite des Straßenbahnbetriebshofes für die Deutsche Gesellschaft zur Förderung des Wohnungsbaues (DeGeWo) drei- bis fünfgeschossige Blockrandbauten zwischen Pankower Allee und Mittelbruchzeile, die 1928/29 ausgeführt wurden. (1) Die Wohnbauten folgen weitgehend dem vorhandenen Stadtgrundriss, in dem sie das bis dahin frei stehende, hohe Wohnhaus Pankower Allee 45/ Ecke Kühleweinstraße mit vier-, bzw. fünfgeschossigen, in derselben Bauflucht verlaufenden Randbauten fassen. Jessens Siedlung ist geprägt durch die unterschiedliche Dimensionierung der Räume: Während er die Simmelstraße zum hofähnlichen Straßenraum erweitert, den er durch vorspringende Hauslauben rhythmisiert, verengt er die ohnehin schmale Gedonstraße durch nahe sich gegenüberstehende flache Fassaden. Weit ausladende Walmdächer, verschiedenfarbige Putz- und Klinkerbänder, sprossenunterteilte Fenster betonen die Horizontale.


1) Berlin und seine Bauten, T. IV, Bd. A (vgl. Anm. 160), Obj. 252 Il; Deutsches Bauwesen (6) 1939, H. 3, S. 54, 57.

Literatur:
  • BusB IV A 1970 / Seite 252 II
  • Deutsches Bauwesen 6 (1930) 3 / Seite 54, 57
  • Topographie Reinickendorf/ Reinickendorf, 1988 / Seite 142