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Große Lettekolonie

Obj.-Dok.-Nr.: 09012226
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Pankower Allee
Hausnummer: 12 & 14
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus
Datierung: 1872-1874
Ausführung: Luchaß, Werner?
Bauherr: Westend Gesellschaft H. Quistorp und Co. zu Reinickendorf

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, bis zur Letteallee reichend, befindet sich die "Große Lettekolonie" (1872-74), die zusammen mit der "Kleinen Lettekolonie" an der Reginhardstraße die erste planmäßige Siedlung auf der Reinickendorfer Gemarkung darstellte. Die gleichbleibende, zweigeschossige Grundform der Doppelwohnhäuser in der "Großen Lettekolonie" mit ihren giebelständig vortretenden Seitenteilen und traufständigen Mittelbauten variiert das Bebauungsschema der nördlichen Straßenseite, betont aber zugleich durch die Anlehnung an das englische Vorbild des Cottage-Hauses die Besonderheit als Wohnkolonie für das mittlere Bürgertum. Der Gründerzeit-Spekulant Heinrich Quistorp, bekannt durch seine Aktivitäten in Berlin-Westend, hatte durch seine "Westend-Gesellschaft H. Quistorp & Co. zu Reinickendorf" anstelle des alten Pankower Holzweges die Letteallee anlegen, das Terrain parzellieren und zwei Reihen dieser Doppelwohnhäuser mit Stallgebäuden auf Gartenland errichten lassen. Er beschränkte sich auf lediglich zwei Haustypen: Der etwas größere Typ zeigt Rundbogenfenster, Drempelluken und einen höheren, zweifenstrigen Mittelbau, der kleinere Typ Rechteckfenster sowie einen niedrigeren Mittelbau mit einem Fenster. Als Zeugnis des frühen Reformwohnungsbaus sind die Lettekolonien von hohem sozial- und baugeschichtlichem Wert. Heute hat die "Große Lettekolonie" ihren ländlichen Charakter verloren. Außer der weitgehend original erhaltenen Haushälfte Pankower Allee 38 ist das ursprüngliche Erscheinungsbild der Architektur durch spätere Umbauten stark beeinträchtigt worden. Erhalten und damit maßstabsetzend ist aber neben den wenigen überlieferten Architekturzeugnissen die kleinteilige Parzellenstruktur dieses Bereichs.

Literatur:
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 140