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Wohnhaus Ollenhauerstraße 104

Obj.-Dok.-Nr.: 09012193
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Ollenhauerstraße
Hausnummer: 104
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus
Fertigstellung: 1894
Entwurf: Peucker, Oskar (Maurer & Zimmerer)
Bauherr: Bock, Anna

Durch seine frei stehende Lage, die detailreiche Architektur und das vorkragende Krüppelwalmdach mit geschnitztem Gebälk sticht das 1894 auf einer schmalen, aber tiefen Parzelle entstandene Wohnhaus Ollenhauerstraße 104 aus der ansonsten unscheinbaren Bebauung im Umfeld des Kreuzungsbereichs hervor. Einer in Reinickendorf häufig zu beobachtenden Entwicklung folgend, begann man auch hier auf dem rückliegenden Teil des Grundstücks zuerst - d. h. Ende der 80er Jahre - mit dem Bau von Seitenflügeln und Quertrakt, die anspruchslose Küche-Stube-Wohnungen und Remisen enthielten. Anstelle der geplanten Schließung des Grundstücks durch ein höheres Wohnhaus an der Straße entschloss sich die Bauherrin Anna Bock der besseren Ausnutzung wegen zum Abriss der bestehenden Gebäude und für einen kompletten Neubau. Im Erdgeschoss des Vorderhauses entstanden zwei durch die mittig angeordnete Durchfahrt voneinander getrennte Läden, die in den jeweiligen Seitenflügeln Produktionsstätten und Unterkünfte für Arbeiter enthielten. Während im rechten Teil eine Bäckerei eingerichtet wurde, ließ sich im linken eine Schlächterei nieder, die im Quergebäude über Stallungen für 12 Kühe verfügte. Über diesem eingeschossigen, hintersten Bereich des allseits geschlossenen engen Hofes, der neben Pferdeställen auch Wagenremisen aufwies, wurde 1919 ein Schutzdach errichtet. Der für Ausführung und Entwurf des Komplexes verantwortliche Maurer- und Zimmermeister Oskar Peucker wählte für das verputzte Vorderhaus einen asymmetrischen und reich ornamentierten Aufbau in historisierenden Formen, während die hofseitigen Fassaden schmucklos blieben.

Literatur:
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 194