denkmal  

 

Liste, Karte, Datenbank - Denkmaldatenbank

Wohnanlage Kienhorststraße & Ollenhauerstraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09012191
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Ollenhauerstraße
Hausnummer: 85 & 86 & 87 & 88 & 89 & 90 & 91 & 92 & 93 & 94 & 94A & 95 & 95A & 96 & 96A
Strasse: Kienhorststraße
Hausnummer: 28 & 30 & 32 & 34 & 36 & 38 & 40
Strasse: Waldstraße
Hausnummer: 104 & 105 & 106 & 107
Denkmalart: Ensembleteil
Sachbegriff: Wohnanlage
Datierung: 1928-1929
Entwurf: Gutkind, Erwin Anton
Bauherr: Gruppe Nord (Gemeinnützige Siedlungs GmbH)

Auf der gegenüberliegenden Westseite der Ollenhauerstraße erstreckt sich, die gesamte Frontlänge (160 m) sowohl der Wohnanlage des Erbbauvereins als auch der Genossenschaft der Vertriebenen Ostdeutschen einnehmend, ein wiederum von E. A. Gutkind für die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft "Gruppe Nord" errichteter Komplex mit einem U-förmig geöffneten Vorhof (1). Die in den Jahren 1928/29 entstandene, raumschaffende Anlage steht in bewusster Reaktion zu der entlang der westlichen Seite der Ollenhauerstraße in der Bauflucht verlaufenden geschlossenen Randbebauung. Zugleich bildet sie mit dem schräg gegenübergelegenen, 1927/28 von Gutkind errichteten Wohnkomplex eine lebendige Abfolge versetzt zueinander geordneter, begrünter Straßenräume. Neben der eindrucksvollen und ungewöhnlichen städtebaulichen Situation der beiden straßenseitig sich öffnenden Hofanlagen wird hier durch die Möglichkeit eines unmittelbaren, werkimmanenten Vergleichs bei Gutkind eine Veränderung seiner Formensprache sichtbar, die zu dieser Zeit bei den meisten modernen Architekten konstatiert werden kann: die weitergehende Reduzierung der gestalterischen Mittel, die Hinwendung zu typisierten Einzelelementen (Türen, Fenster) und die ausschließliche Verwendung großer, ungeteilter Glasscheiben. Diese als fortschrittlich erachteten, da den industriellen Herstellungsprozess wie die wirtschaftlichen Überlegungen widerspiegelnden Vereinfachungen führten bei Gutkind zu der sukzessiven Aufgabe der für ihn typischen Materialvielfalt und -farbigkeit, damit aber auch zu einer Beruhigtheit, die sich an der Rückseite dieser Wohnanlage bemerkbar macht.


1) Ebd. (vgl. Anm. 160), Obj. 262 V; Berlin und seine Bauten, T. IV, Bd. B (vgl. Anm. 221 (2)), Obj. 1092; Der Neubau (12) 1930, S. 486 f.; Die Bauwelt (20) 1929, H. 39, S. 1 ff.; Moderne Bauformen (3) 1931, H. 3, S. 120; Gutkind/Schallenberger (vgl. Anm.212), S. 103 f.

Literatur:
  • BusB IV A 1970 / Seite 262 V
  • BusB IV B 1974 / Seite 1092
  • Der Neubau 12 (1930) / Seite 486-489
  • Bauwelt 20 (1929) 39 / Seite 1-4
  • Moderne Bauformen 30 (1931) 3 / Seite 120
  • Wohnen und Bauen 2 (1930) / Seite 110
  • Schallenberger, Gutkind/ Berliner Wohnbauten, 1931 / Seite 103-104
  • Rave, Knöfel/ Bauen seit 1900, 1963 / Seite Nr. 11
  • Reclam Berlin, 1977 / Seite 566, Nr. 3
  • Scolari, M., Erwin Anton Gutkind in Casabella 46 (1982) 7/8 / Seite 42-43
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 198