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Wohnanlage Lindauer Allee & Schulenburgstraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09012188
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Ollenhauerstraße
Hausnummer: 56 & 57 & 58 & 59 & 60
Strasse: Lindauer Allee
Hausnummer: 101 & 103 & 105 & 107 & 109 & 111 & 113 & 115 & 117
Strasse: Schulenburgstraße
Hausnummer: 11 & 12 & 13 & 14 & 15 & 16 & 17 & 18
Strasse: Waldowstraße
Hausnummer: 38 & 39 & 40 & 41 & 42
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnanlage
Datierung: 1926-1927
Entwurf: Guérard, von (Architekt)
Bauherr: Baugenossenschaft Vertriebener Ostdeutsche eGmbH

Eingefasst von den breiten Straßenzügen der Ollenhauerstraße und der Lindauer Allee sowie den schmalen Wohnstraßen der Schulenburg- und Waldowstraße folgt als dritte blockumschließende Hofanlage der Wohnkomplex der Baugenossenschaft Vertriebener Ostdeutscher. (1) In den Jahren 1926/27 nach einem Entwurf des Architekten v. Guérard errichtet, standen die 180 Wohnungen Flüchtlingen aus den im Ersten Weltkrieg verlorenen ostdeutschen Gebieten (Westpreußen, Posen) zur Verfügung. Programmatisch wecken Architektur und Bauplastik pathosgeladene Erinnerungen an Geschichte und Kultur der einstigen Heimat. So markieren innerhalb der aus schlichten, gleichförmigen Hauseinheiten sich zusammensetzenden Wohnanlage hohe und aus der Bauflucht ausgreifende Staffelgiebel die Eckpunkte der Anlage. An den Kreuzungen der Ollenhauerstraße mit der Lindauer Allee und der Schulenburgstraße finden sie durch Verklinkerung und die Anbringung lebensgroßer Plastiken zusätzliche Betonung. Außer dem architektonischen Bezug zur Backsteingotik der Ostseeländer verweist die Darstellung eines mittelalterlichen Ritters (Ollenhauerstraße/Schulenburgstraße), auf dessen Schild der Schriftzug "Marienburg" steht, sowie eines in die Ferne schauenden Landarbeiters (Ollenhauerstraße/Lindauer Allee), zu dessen Füßen die Inschrift "Deutsch Ost" eingemeißelt ist, auf Westpreußen. Weiterer bauplastischer Schmuck - sowohl figürlich wie abstrakt - konzentriert sich auf die Hauseingänge. Zwei Durchgänge, die lagemäßig mit den Toren des südlich anschließenden Blocks des Erbbauvereins korrespondieren, vermitteln von der Lindauer Allee und der Schulenburgstraße aus zum Innenhof und eröffnen damit einen durch beide Hofanlagen führenden Fußweg.


1) Berlin und seine Bauten, T. IV, Bd. A (vgl. Anm. 160), Obj. 262 III.

Literatur:
  • BusB IV A 1970 / Seite 262 III
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 198