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Domfriedhof St. Hedwig & Kapelle

Obj.-Dok.-Nr.: 09012182
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Ollenhauerstraße
Hausnummer: 24 & 25 & 26 & 27
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Friedhof & Kapelle
Datierung: 1907-1908
Entwurf: Moritz, Carl (Architekt)
Bauherr: St. Hedwig-Kirchengemeinde

Bis an die Ollenhauerstraße erstreckt sich der 1877 bis 1878 an der Humboldtstraße angelegte Domfriedhof der St. Hedwig-Gemeinde. Von der Ollenhauerstraße (Nr. 24-28) aus zugänglich, befand sich auf dem Kirchhof anfangs nur eine kleine Leichenhalle. Als sich um die Jahrhundertwende in Reinickendorf, Tegel und Hermsdorf katholische Gemeinden bildeten, erbaute man für deren seelsorgerische Betreuung auf dem St. Hedwig-Friedhof zusätzlich 1907 bis 1908 die Allerheiligenkapelle. (1)

Die zweifache Nutzung der Kapelle sowohl für Friedhofsbestattungen als auch für die Seelsorge der nördlichen Gemeinden, hier vor allem für die neu entstandene Gemeinde von Reinickendorf-West, verlangte nach einem größeren Kapellenbau, der auch der Bedeutung der St. Hedwig-Gemeinde als erster Parochie (2) der Berliner Katholiken angemessen war. Der beauftragte Kölner Kirchenbaumeister Carl Moritz löste die Aufgabe mit einem trutzig wirkenden Bau, der auf die Formenwelt rheinischer Kirchen der Romanik zurückgriff. In freier Interpretation fügte Moritz Bauelemente romanischer Basiliken zu einem Monumentalbau zusammen, wobei die doppelte Giebelung, verbunden mit den massigen, niedrigen Eingangstürmen, und der etwas erhöhte Bauplatz den wehrhaften Charakter besonders unterstützen. Im Inneren hat sich die ehemals für den Raumeindruck des weiträumigen Mittelschiffes wichtige farbige Ausmalung nicht bewahrt.

Unter den Grabkreuzen und Grabsteinen ist die klassizistische Steinstele mit Rosettenfries und akroterienbekröntem Aufsatz von 1805 - für Antoinette Weiß hervorzuheben, die von dem 1902 aufgelassenen Teil des St. Hedwig-Friedhofs an der Chausseestraße hierher übertragen wurde.


1) Berlin und seine Bauten. Hrsg. v. Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin. Teil X, Bd. A, Anlagen und Bauten für die Versorgung, (3) Bestattungswesen. Berlin 1981, S. 52 f., 103; Creutz (vgl. Anm. 75), S. 6, 8 f., 43 ff.

2) Die Zentralkirche der seit 1747 bestehenden St. Hedwigs-Gemeinde, die St. Hedwig-Kathedrale, liegt heute in Berlin-Ost am Bebelplatz.

Literatur:
  • BusB X A 3 1981 / Seite 52, 53, 103
  • Creutz, M., Kirchliche Bauten in
    Die Architektur des 20. Jahrhunderts 7 (1910) / Seite (Sonderheft) 6, 8-9, 43-45
  • Jablonski, L., Geschichte des fürstbischöflichen Delegaturbezirkes Brandenburg, 1929 / Seite 187f.
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988