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St.-Marien-Kapelle

Obj.-Dok.-Nr.: 09012114
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Letteallee
Hausnummer: 82 & 84 & 86
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Kapelle kath.
Datierung: 1903-1904
Entwurf: Dassler, W. (Maurer)
Bauherr: Fürstbischöflicher Stuhl zu Breslau

Nur wenige Jahre vor Errichtung der vielgeschossigen Mietshäuser entstand auf dem Grundstück Letteallee 86, unmittelbar an die westlichste Parzelle des Epenstein-Geländes anschließend, das Pfarrhaus der katholischen Gemeinde St. Marien samt gleichnamiger Kapelle. Als erster Kirchenbau der seit 1892 bestehenden Pfarrei bildet der 1902 nach Plänen des Oranienburger Maurermeisters W. Dassler im Auftrag des Fürstbischöflichen Stuhls zu Breslau errichtete, rote Ziegelbau ein wichtiges Zeugnis für die Kirchengeschichte des Ortsteils Reinickendorf. Außer den hohen Spitzbogenfenstern und dem aus Formsteinen bestehenden, neogotischen Ziegeldekor gibt die zweigeschossige und symmetrische, durch sieben Achsen gegliederte und mittels Seitenrisalite gefasste Fassade kaum Hinweise auf die sakrale Bestimmung des Gebäudes. Tatsächlich umfasste das Bauwerk hauptsächlich die Räumlichkeiten der Pfarrei sowie im Obergeschoss die Wohnung des Pfarrers. Im Erdgeschoss befand sich die - heute als Kindertagesstätte genutzte - Kapelle, die sich am rückwärtigen Teil des Gebäudes als eingeschossiger Trakt fortsetzt. Am Außenbau wird sie im Erdgeschossbereich durch das Herumführen der Spitzbogenfenster entlang der Westseite deutlich gekennzeichnet. Für das benachbarte, heute noch unbebaute Grundstück Letteallee 82-84 entwarf August Kaufhold im Jahre 1909 einen fantastisch anmutenden neogotischen Kirchenbau mit reichem Maßwerk und asymmetrischer Einturmfassade, deren Spitze in 70 m Höhe enden sollte. Dieser Plan wurde jedoch verworfen. Der neue Kirchenbau der St. Marien-Gemeinde entstand ab 1913 (Weihe 1919) nach einem nun romanisierenden Entwurf Kaufholds in der Klemkestraße 5-7.

Literatur:
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 148