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Haus Fürstenau

Obj.-Dok.-Nr.: 09011958
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Podbielskiallee
Hausnummer: 81
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus & Villa
Datierung: 1906
Entwurf & Bauherr: Fürstenau, Eduard

Der Architekt von Luisenstift und Geheimem Staatsarchiv Eduard Fürstenau errichtete in der Podbielskiallee 81, 1906 sein eigenes Wohnhaus. Haus Fürstenau zählt zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der Villenkolonie und wurde wegen seiner architektonischen Durchbildung und künstlerischen Gestaltung damals als "Pionier des Ortes" und "das erste dieser Art" bezeichnet. (1) Das zweigeschossige Haus mit Souterrain und ausgebautem Dachraum unter einem hohen Satteldach ist mit seiner Giebelseite dicht an die Straße gestellt. Sein blockartig geschlossener Baukörper wird aufgelockert durch Bauteile und Schmuckelemente, die der Renaissance und dem Landhausstil entliehen sind. So ist die Straßenfront mittig durch einen polygonalen, turmartigen Erker mit Kupferhaube betont. Links daneben befindet sich der Hauseingang mit Rundbogenportal. An Stelle des darüberliegenden Fensters gab es ursprünglich eine bogenförmige Loggia im Obergeschoss. Holzfachwerk im Giebel, Sprossenfenster und - heute fehlende - Klappläden runden das Bild des hell geputzten Gebäudes ab. Eine ähnliche Gestaltung besitzt die Gartenseite, an der ein seitlich angeordneter Erkerturm und ein Wintergarten mit steiler Gartentreppe das Bild bestimmen. Mit seiner Gestaltung steht das Haus stilistisch auf der Schwelle zwischen Villa und Landhaus. Dies wird auch im außergewöhnlich gut erhaltenen Inneren deutlich, das noch zahlreiche wandfeste Ausstattungselemente der Bauzeit aufweist. Erd- und Obergeschoss werden durch eine zweigeschossige Diele und Oberdiele mit dreiläufiger Treppe erschlossen. Im Erdgeschoss befindet sich ein Erkersitzplatz, im Obergeschoss eine Loggia. Von der Diele gehen im Erdgeschoss ein großes Wohnzimmer und die Küche ab. Ungewöhnlich ist der Zugang zum Speisezimmer an der Gartenseite nur über das Wohnzimmer oder durch die Anrichte. Bemerkenswert ist die Einrichtung eines Kinderspielzimmers im Souterrain neben der Hausmannswohnung, wie in den großen Häusern Dahlems Anfang des 20. Jahrhunderts häufig zu finden. Im Ober- und im Dachgeschoss des geräumigen Hauses liegen die Zimmer für die Familie, ein Hausmädchen und Gäste.

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(1) Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 22 (1909), H. 4, S. 13-14, Taf. 34-36; Zentralblatt der Bauverwaltung 19 (1909), S. 674-675.

Literatur:
  • Blätter f. Architektur u. Kunsthandwerk, Jg. XXII (1909), Nr.4 / Seite S 13f.
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 126
  • Zentralblatt der Bauverwaltung, Jg. 1909, / Seite S. 674-675