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Platzrandbebauung mit Platzgrundriß

Obj.-Dok.-Nr.: 09011944
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Epensteinplatz
Hausnummer: 4 & 5
Strasse: Epensteinstraße
Hausnummer: 12 & 13 & 14 & 16 & 18 & 20 & 22 & 24 & 26 & 28 & 30
Strasse: Mittelbruchzeile
Hausnummer: 96 & 98 & 100 & 102 & 104 & 106 & 108 & 110
Strasse: Schwabstraße
Hausnummer: 15 & 17 & 19 & 21 & 23 & 27
Strasse: Schwartzstraße
Hausnummer: 1 & 2 & 3 & 4 & 6
Denkmalart: Ensemble
Sachbegriff: Bauwerksensemble

Auch die ehemals Epenstein gehörenden Grundstücke an der Provinzstraße sowie die Parzellen im Einmündungsbereich der nördlich der Letteallee folgenden Seitenstraßen konnten noch vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit Mietwohnhäusern bebaut werden. Dagegen blieb das Gelände am 1893 angelegten, runden Epensteinplatz bis auf den südöstlich angrenzenden Block städtebaulich ungefasst. Erst in den späten 20er Jahren setzte hier wieder eine Bautätigkeit ein. Die eigens zu diesem Zweck gegründete "Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft Epensteinplatz mbH", ein privatwirtschaftliches Unternehmen, schloss im Jahre 1928 mit dreigeschossigen Wohnhäusern die beiden Blockgevierte nordöstlich des Platzes. In strikter Randbebauung nach Plänen der Architekten Wilhelm Keller und Rudolf Prömmel ausgeführt, nehmen die großfigurigen, im Stadtgrundriss als klammerartige Gebilde erkennbaren Komplexe den Verlauf der Straßen auf. So greift die zwischen Schwab-, Epenstein- und Schwartzstraße gelegene Wohnanlage die Rundung des Epensteinplatzes als konkav geschwungene Platzwand auf, die durch paarweise angeordnete Balkone zusätzlich betont wird, während die zwischen Mittelbruchzeile, Schwartz- und Epensteinstraße gelegene rechtwinklige Eckabschlüsse aufweist. Der Anschluss an die ältere Bebauung erfolgt durch viergeschossige Häuser, die sich von den ansonsten flachen, lediglich durch abgesetzte Putzfelder betonten Fassaden ebenfalls durch breitgelagerte Balkons abheben. Die ornamentale Verwendung von Hartbrandziegeln im Sägeverband - als Frieszone im Bereich des Dachgesimses und zur Rahmung der Eingangstüren - wie auch die Dachhäuschen und sprossenunterteilten Fenster entspringen einem tradierten, durch die expressionistische Architektur beeinflussten Formenrepertoire.

Bereits 1928 sollte auch die nordwestliche Seite des Epensteinplatzes durch eine Straßen begleitende, an die Kreisform angeschmiegte Wohnhausbebauung von Keller & Prömmel gefasst werden. Für diesen aus sechs Häusern bestehenden, jedoch erst 1929/30 ausgeführten Bauabschnitt erwirkte die Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft Epensteinplatz eine Abänderung der Baufluchtlinie, um ihr Grundstück rentierlicher zu bebauen. Die auf ehemaligem Straßenland in den Platz greifende, rechtwinklige Hausecke unterbricht nicht nur den Schwung der Rundung, sondern auch den Kreisverkehr. Seitdem hat die einst mittig gelegene, runde Grünfläche ihre Insellage verloren und wird von einer nur noch im Dreiviertelkreis verlaufenden, kopfsteingepflasterten Straße umgeben.

Literatur:
  • G. Rißmann und Sohn. Bauausführungen, Berlin 1929 / Seite ...
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 149