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Wohnanlage Becherweg

Obj.-Dok.-Nr.: 09011828
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Becherweg
Hausnummer: 1 & 2 & 3 & 4 & 5 & 6 & 7 & 8 & 9 & 10 & 11 & 12 & 13 & 14 & 15 & 16 & 17 & 22 & 23 & 24 & 25 & 26 & 27 & 28
Strasse: Humboldtstraße
Hausnummer: 97 & 97A & 97B & 98 & 99
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnanlage
Datierung: um 1929
Entwurf: Becker und Clement?

Um 1929 errichtete die "Gemeinnützige Baugenossenschaft am Nordbahnhof Wittenau eGmbH" in der schmalen Wohnstraße des Becherweges eine kleine Wohnanlage, die der Formensprache der 20er Jahre folgte. Eine Baunaht verweist noch heute auf den einstmals hier verlaufenden alten Feldgraben und trennt in Höhe Becherweg 11 unterschiedlich gestaltete Fassadenteile und damit zwei Bauphasen der dreigeschossigen Straßenrandbebauung. Stehen sich im südlichen Bereich des Becherweges sparsamere Gliederungselemente gegenüber, so zeigt der nördliche, bis zur Humboldtstraße reichende und hier abgewinkelte Bauteil eine differenzierte Gestaltungsvielfalt. Der Wechsel von Treppenhäusern, Hauslauben und spitzwinkligen Vorlagen rhythmisiert und belebt hier den Straßenraum, während im ersten Abschnitt nur noch Hauslauben die Fronten bestimmen. Auch im dekorativen Ziegelschmuck der Eingänge, der Laubenpfeiler und der Fensterzonen unterscheiden sich die Bauteile. Ihre reduzierte Verwendung im südlichen Teil spricht für die 1929 einsetzende Beschränkung der finanziellen Förderung aus dem Hauszinssteueraufkommen. Dennoch überrascht die Wohnstraße im Bereich der Wohnanlage durch die behutsame, auf die Enge des Straßenraumes antwortende Fassadengliederung, die Durchdringung von Architektur und Vorgartengrün, deren paarweise gesetzte Birken die Eingänge markieren, im Zusammenspiel mit der bis in die Bordsteinkanten erhaltenen Gestaltung des Straßenraumes. Bei den Hofseiten, die durch regelmäßig vortretende Treppenhausbereiche gegliedert werden, ist die Trennung der Bauabschnitte nicht so deutlich. Über die Traufe gezogene Dachabschlüsse der Vorlagen, an der Westseite mit Zwerchhäusern und an der Ostseite mit flachen Walmdächern, geben den Rückfronten ein einheitliches Bild.

Literatur:
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 184