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Amtshaus Reinickendorf

Obj.-Dok.-Nr.: 09011743
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Alt-Reinickendorf
Hausnummer: 38
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Verwaltungsgebäude
Fertigstellung: 1885
Umbau: 1896-1897
Entwurf: Curvy, F. (Zimmermann)
Entwurf: Moritz, Carl
Bauherr: Gemeinde Reinickendorf

Das ehemalige Amtshaus, das bis zum Eingemeindungsjahr 1920 die Hauptverwaltung der Amts- und Landgemeinde aufnahm und noch heute in Geschoßzahl und Dekor seine kommunale Funktion zum Ausdruck bringt, erbaute die Gemeinde auf dem alten Hirtengrundstück Alt-Reinickendorf 38.(1) Zwei Bauphasen treten deutlich hervor: Die beiden unteren Geschosse - knapp und sachlich in gelbem Ziegel errichtet - gehören zum ersten Verwaltungsbau, der 1885 von dem Zimmermeister F. Cuvry ausgeführt wurde. Das dritte Geschoß ist eine Erweiterung durch den Kölner Kirchenbauarchitekten Carl Moritz 1896/97, der für die Gemeinde auch die Feierhalle auf dem Friedhof an der Humboldtstraße entwarf (1897). Moritz übernahm zwar das Material, wählte aber in Anlehnung an Bürgerhäuser der märkischen Gotik eine aufwendigere Fassadengliederung mit Bogenstellungen, Balkon und Staffelgiebel. Das Bedürfnis der rasch sich entwickelnden Landgemeinde nach Selbstdarstellung kommt hier zum Ausdruck. Während das hinter dem Amtshaus gelegene Armenhaus von 1885 abgerissen wurde (1968), hat sich, wenn auch stark verändert, das ehemalige Amtsgefängnis erhalten. Es ist 1883, von der Straße zurückgesetzt, als erster kommunaler Verwaltungsbau nach der Landgemeindebildung (1874) noch vor dem Bau des Amtshauses entstanden.

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(1) Kurt Pomplun, Rathäuser in Berlin. (= Berliner Forum H. 8). Berlin 1976, S. 40, 43.

Literatur:
  • Pomplun, Kurt, Rathäuser in Berlin =Berliner Forum (1976) 8 / Seite 40, 43.
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 109