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Büdnerhof Ribbe

Obj.-Dok.-Nr.: 09011741
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Alt-Reinickendorf
Hausnummer: 35
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus & Werkstatt
Fertigstellung: 1826 & 1885 & 1947-1948
Entwurf: Gregor, Werner
Bauherr: Ribbe

Im Kontrast zur kommunalen Architektur steht die angrenzende dörfliche Bebauung der ehemaligen Höfe Großkopf und Ribbe. Sie sind neben dem Anger, der Dorfkirche und den Bauernhäusern der Höfe Müller und Kerkow die einzigen Zeugnisse, die an die bäuerliche Lebens- und Wirtschaftsform erinnern. Beide dokumentieren Formen der Hofanlagen und ihrer Bauten, damit unterschiedliche wirtschaftliche und soziale Strukturen innerhalb der Dorfgemeinschaft.

Ein Bild von der sozialen Stellung der auf der untersten Stufe der Dorfgemeinschaft stehenden Büdner vermittelt die Kargheit des ältesten erhaltenen Wohnhauses in Reinickendorf. Das Büdnerhaus Ribbe, Alt-Reinickendorf 35, liegt auf einer kleinen Hofparzelle, die 1826 infolge der Aufhebung der gemeinheitlichen Hütung während der Separation auf der nicht mehr benötigten Hirtenstelle angelegt wurde. Seine äußere Form folgt einem Bautypus, der Anfang des 19. Jahrhunderts im brandenburgischen Raum weit verbreitet war, als man für die wachsende Zahl von Landarbeitern und Büdnern vornehmlich an den Ausgängen der Dörfer kleine Hofstellen einrichtete: traufständige, meist dreiachsige, eingeschossige Wohnhäuser mit Satteldach und dahinterliegenden, kleinen Stallungen. Das zweigeschossige Seitenwohngebäude entstand erst 1885, das Quergebäude 1947/48 (Architekt Werner Gregor), nachdem der Hof bereits 1914 von dem Gewerbebetrieb der Glasbläserei, Grabmalherstellung und Sandschleiferei Willy Polenz übernommen worden war. Die Umnutzung zeigt den Funktionswandel dörflicher Gebäude während der Industrialisierung, zugleich aber auch die mögliche Wahrung dörflicher Einheiten.

Literatur:
  • Jahn, H., Vom Bauernhof zum Großstadtbezirk in
    Der Marsch in die Heimat, 1937 / Seite 219, 220
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 111