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Schraubenfabrik A. Schwartzkopff

Obj.-Dok.-Nr.: 09011739
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Alt-Reinickendorf
Hausnummer: 25 & 26
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Fabrikgebäude & Pförtnerhaus
Datierung: 1898-1899
Entwurf: Hoffmann, R. (Baumeister)
Bauherr: Schwartzkopff, A.

Den Angerrand westlich des Gemeindehauses bis zum alten Verlauf der Roedernallee nehmen die großflächigen Fabrikanlagen ein - baugeschichtliche Zeugnisse für die industrielle Überformung des Dorfes. Die Produktionsanlagen wurden anfangs ohne baurechtliche Reglementierungen auf den ehemaligen Bauern- und Kossätenhöfen erbaut. Mit unterschiedlichen Rücksichten reagierten sie auf Dorfanger und Dorfcharakter. Weit hinter die Dorfstraße, heute durch einen Erweiterungsbau aus den 30er Jahren verborgen, zog sich die vormalige Schraubenfabrik Albrecht Schwartzkopff, Alt-Reinickendorf 25-27, zurück, auf deren Fabrikhof noch die alte, kopfsteingepflasterte Zufahrt zwischen Fabriktor und Pförtnerhäuschen führt. Die Firma, die sich 1899 als erstes Unternehmen im Dorf niederließ - an der Stelle des Kossätenhofes Klamann -, ging aus der ältesten Berliner Schraubenfabrik, 1865 von F. Rosenbaum gegründet, hervor. Architekt der kompakten, dreigeschossigen Dreiflügelanlage, deren Stockwerksbau an die traditionellen, innerstädtischen Bauformen der Berliner Hofindustrie erinnert, die im Zuge der Randwanderung teilweise in die Außengebiete transportiert wurden, war R. Hoffmann. Er verband die Tradition der sparsam historisierenden, preußischen Ziegelarchitektur mit den Nutzungsanforderungen des Baus, indem er die Wandöffnungen der Raumfunktion entsprechend unterschiedlich einsetzte, sie jedoch durch Zierfassungen und Gesimsbänder in Ziegel und Werkstein in der Fläche der Wand zu ornamentaler Form verband. Eindrucksvoll umfaßt der Mittelbau das Kesselhaus mit einem axial vor die Giebelwand gesetzten Schornstein. Im Inneren stützen zwei Reihen gußeiserner Säulen im Erdgeschoß und genieteter Eisenstützen in den Obergeschossen die preussischen Kappendecken.

Literatur:
  • Deutsche Kultur. Deutsche Industrie, 1900 / Seite 93.
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 113