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Büste für Hanns Eisler

Obj.-Dok.-Nr.: 09011385
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Charlottenstraße
Hausnummer: 55
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1964
Entwurf: Cremer, Fritz (Bildhauer)

Der Bildhauer Fritz Cremer schuf 1964 die überlebensgroße Porträtbüste von Hanns Eisler nach dessen Tod im Jahr 1962 für den Ehrenhof der Hochschule für Musik Wilhelmstraße 53. (1) Das breite Oeuvre des Schoenberg-Schülers Hanns Eisler reichte von agitatorischer Volksmusik bis zu modernsten kompositorischen Techniken. Mit seinen zahlreichen Orchesterstücken und seiner Film- und Bühnenmusik hatte er ein großes internationales Renommee erlangt. Er war Präsident des Musikrats der DDR und Komponist der Nationalhymne und seit 1950 an der Hochschule Professor und Leiter einer Meisterklasse.

Die Hauptwerke von Fritz Cremer (1906-1993) sind die Mahnmale für die Opfer des Faschismus in Österreich (Wien 1947, Mauthausen 1949) und in der DDR (Buchenwald 1952-58, Ravensbrück 1959/60). Daneben porträtierte er Künstler, Dichter und Gelehrte der DDR, darunter Bert Brecht (1957), Johannes R. Becher (1960-1965) und Stephan Hermlin (1966). Seinen Porträts sind gemeinsam ein ausgeprägter Naturalismus und ein unbewegter, verinnerlichter Ausdruck. Neben der Porträtbüste Eislers entstand bereits 1963 eine kleine Statuette Eislers von der Hand Cremers. (2)


(1) Die 52 cm hohe Bronzebüste wurde inzwischen in das Foyer der nach Eisler benannten Hochschule in die Charlottenstraße 55 verlegt.(2) Statuette Hanns Eisler, Bronze, 62 cm hoch, 1963, Chemnitz, Städtische Kunstsammlungen.

Literatur:
  • Schmidt, Diether/ Fritz Cremer, Dresden 1972 / Seite 28
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 360