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Mietshaus Brunnenstraße 34

Obj.-Dok.-Nr.: 09011288
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Brunnenstraße
Hausnummer: 34
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Fertigstellung: 1854
Umbau: 1862
Bauherr: Thias (Essigfabrikant)

Durch den Hobrechtschen Bebauungsplan wurden die bisher vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen in Bebauungsquartiere aufgeteilt, wodurch gravierende Maßstabsveränderungen eintraten. Auf dem Plan von Liebenow von 1867 ist zu erkennen, wie die schon vorher bebauten Grundstücke Brunnenstraße 34, 35, und 36 in das neue Quartier eingegliedert wurden und dabei die Hälfte ihrer früheren Gartenfläche verloren. Das ebenfalls schon um 1854 erbaute Mietshaus Brunnenstraße 34 lässt den Charakter des Stadtbildes aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erahnen, als die Brunnenstraße zunächst in lockerer Folge mit zwei und dreigeschossigen Wohngebäuden bebaut war. (1) Zwar ist die historische Fassadengestaltung nicht überliefert, die originale Innenausstattung, namentlich die aus der Bauzeit stammenden Wohnungstüren und das hölzerne Treppengeländer sind allerdings fast vollständig erhalten. Für die Geschichte der Grundrissentwicklung des Berliner Mietshauses besonders interessant ist die in nur wenigen Fällen nach In-Kraft-Treten der Bauordnung von 1853 angewandte Bauweise der Vorderhaustreppe, bei welcher segmentbogig gemauerte Stufen in der Wand und auf einem Eisenträger lagern. Der Treppenaufgang zweigt nicht mehr, wie bis 1840 allgemein üblich, direkt von der Durchfahrt ab, sondern ist bereits in einem separaten Treppenhaus untergebracht.


1) Vgl. Landesarchiv Berlin, ARep. 0180, Acc. 750, Bd. 211.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 568