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Synagoge Brunnenstraße 33

Obj.-Dok.-Nr.: 09011287
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Brunnenstraße
Hausnummer: 33
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Synagoge
Fertigstellung: 1910
Bauherr: Hellwig, Fritz (Schirmfabrik en gros)
Ausführung: Chr. Mierke (Baugeschäft)

Auf dem benachbarten Grundstück Brunnenstraße 33 ließ der Schirmfabrikant Fritz Hellwig 1910 eine Synagoge der Beth-Zion-Gemeinde als Seitengebäude auf dem Hof errichten. Die jüdisch-orthodoxe Beth-Zion Gemeinde war 1879 von jüdischen Einwanderern aus Polen gegründet worden. Kleinere Gemeinden oder Betvereine konnten wegen der hohen Grundstückpreise ihre Sakralbauten meist nur in Blockinnenbereichen realisieren. Die sakrale Nutzung wird am Außenbau durch die ungewöhnliche Verwendung von großen Rundfenstern im ersten Obergeschoss und den unter einem Segmentbogen zusammengefassten Fenstern im Erdgeschoss verdeutlicht. Eine freigelegte hebräische Inschrift über dem Eingang auf der Giebelseite ist heute der einzige sichtbare Hinweis auf die Bestimmung des Gebäudes als Synagoge. Das Innere des lang gestreckten Saalbaus besaß eine umlaufende Empore. Der Almemor war, dem strenggläubigen Ritus entsprechend, in der Mitte aufgestellt. (1) Die Inneneinrichtung der Synagoge wurde in der Pogromnacht völlig zerstört und das Gebäude erst 1982 wieder instand gesetzt. Es verweist nicht nur auf die einst lebendige jüdische Kultur in diesem Quartier, das von zahlreichen aktiven Mitgliedern verschiedener jüdischer Gemeinden bewohnt war, sondern dokumentiert auch die Zerstörung und Vernichtung dieser Kultur in der NS-Zeit.


1) Vgl. BusB VI, S. 296, 436; Synagogen in Berlin 1983, Teil 2, S. 21-22

Literatur:
  • Haberlandt 20 (1910) & Adressbuch, 1913 / Seite Straßenverzeichnis
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 568