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Stadtmauer (Ruine)

Obj.-Dok.-Nr.: 09011255
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Waisenstraße & Littenstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Befestigungsanlage
Datierung: nach 1250
Umbau: vor 1400
Umbau: nach 1680
Umbau: 1948

Parallel zur Klosterstraße, ursprünglich unmittelbar entlang der mittelalterlichen Stadtmauer, verläuft die Waisenstraße. Sie folgte einst deren Lauf bis zum Spreeufer und zur Waisenbrücke, wo das 1697-1716 erbaute Waisenhaus stand. Waisenhaus und Waisenbrücke sind verschwunden, in der Waisenstraße sind die letzten Reste der mittelalterlichen Stadtmauer in Berlin erhalten. Die zwischen 1250 und 1290 in unregelmäßigem Feldstein-Mauerwerk errichtete und 1319 erstmals urkundlich erwähnte Stadtbefestigung der Doppelstadt Berlin-Kölln wurde im 14. Jahrhundert in klosterformatigen Backsteinen ausgebessert und auf etwa vier Meter erhöht. Der Verlauf der ursprünglich aus Wall und zwei Gräben bestehenden Anlage wird im Plan von Johann Gregor Memhardt aus dem Jahre 1650 am deutlichsten wiedergegeben, er zeigt drei Tore im Bereich Berlins und zwei auf Köllner Seite, deren Lage noch heute durch wichtige Ausfallstraßen festzumachen sind. Als 1658-83 der neue Festungsring entstand, der auf Köllner Seite die neue Vorstadt Friedrichswerder mit einbezog, sich auf Berliner Seite aber unmittelbar vor der alten Mauer erstreckte, wurden im Bereich der heutigen Waisenstraße beiderseits der alten Mauer Wohnhäuser angebaut, in denen sich - 1948 bei Aufräumungsarbeiten wiederentdeckt - Mauerreste auf einer Länge von mehr als 100 Metern erhalten haben. Ein frei liegendes Mauerstück nördlich der Grundstücke Waisenstraße 14-16, das als eines der wenigen Zeugnisse aus der Zeit der Stadtgründung gelten kann, wurde gesichert und mit einer Grünanlage eingefasst.

Literatur:
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 71
  • Müther, Bautradition, 1956 / Seite 91
  • Dehio, Berlin, 1994 / Seite 83
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 209