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Postamt N 4

Obj.-Dok.-Nr.: 09011191
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Am Nordbahnhof
Hausnummer: 3 & 5
Strasse: Invalidenstraße
Hausnummer: 30
Strasse: Zinnowitzer Straße
Hausnummer: 8
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Post
Datierung: 1934-1935
Entwurf: Werner, Georg (Architekt)
Ausführung: EIKOMAG Düsseldorf & Ravenésche Eisenbau GmbH
Bauherr: Reichspostdirektion Berlin

Das Postamt N 4, Am Nordbahnhof 3/5, 1934-35 nach Plänen von Postbaurat Georg Werner erbaut, nimmt einen Teil des ehemaligen Grundstücks der Berliner Maschinenbau AG, vormals Schwartzkopff ein.

Die Anlage wurde als Großverteilanlage für den Briefverkehr in den nördlichen Stadtteilen Berlins von der Reichspost in Abstimmung mit dem Bau der Nordsüdbahn errichtet. Eine weitere ähnliche Anlage für die Versorgung der südlichen Stadtbereiche - das Postamt SW 11 - entstand gleichzeitig in Kreuzberg in der Nähe des Anhalter Bahnhofs. Das Postamt N 4 steht noch in der Tradition der äußerst zweckmäßigen, in den Formen der Neuen Sachlichkeit entworfenen Postgebäude der Weimarer Republik, zeigt aber in Ornament und Verkleidung die für die Zeit obligatorische nationalsozialistische Baugesinnung. Der sachlichen Konstruktion des Stahlskelettbaus, der klaren Form des quaderförmigen Baukörpers, der rationellen Organisation und modernsten technischen Ausstattung stehen die Fassadengestaltung mit den relativ kleinen hochrechteckigen Fensteröffnungen, die bewusste Auswahl "deutschen" Natursteinmaterials für Fassaden und Innenräume, die Gestaltung des Gebäudeabschlusses durch ein Konsolgesims und die Form der Fenstergitter gegenüber. Die Verwendung von Naturstein aus Deutschland wurde in der zeitgenössischen Kritik als ein wesentliches Kriterium für eine "deutsche" Baukunst hervorgehoben, dem Werner mit dem Einsatz von Cannstatter Travertinplatten an den Straßenfassaden, Kirchheimer Muschelkalk und Treuchtlinger Kalkstein im inneren Ausbau entsprochen hat. (1) "Die architektonische Durchbildung im Inneren und Äußeren ist dem Charakter einer Hoheitsverwaltung angemessen", bewertete folgerichtig das Zentralblatt der Bauverwaltung 1937 das neue Postamt. (2) Bei der Bauausführung waren bereits auch Belange des Luftschutzes berücksichtigt worden.


1) Vgl. Riedrich 1937; Jaeger 1987; BusB X, Bd. B (4), S. 80-81, 196. Auch Albert Speer verwendete für seine Bauten Cannstatter Travertin.

2) Vgl. Pfuhl 1937.

Literatur:
  • Riedrich, Otto/ Man baut heute mit Werkstein in Berlin in
    Die Bauzeitung 34 (47) (1937) / Seite 352-354
  • Pfuhl/ Der Postneubau Berlin N 4 in
    Zentralblatt der Bauverwaltung 57 (1937) / Seite 979-987
  • N.N./ Von anderen Berliner Neubauten in
    Wasmuths Monatshefte für Baukunst 20 (1936) / Seite 96
  • Heinicke, Joh./ Stahlskelett des Postamtes am Stettiner Bahnhof in Berlin in
    Der Stahlbau 10 (1937) / Seite 86-88
  • N.N./ Zwei neue Großbauten der Post in Berlin in
    Bauwelt 26 (1935) / Seite 776
  • N.N./ Von anderen Berliner Neubauten in
    Bauwelt 27 (1936) / Seite 214
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 649-651