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Invalidenhaus

Obj.-Dok.-Nr.: 09011190
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Scharnhorststraße
Hausnummer: 34 & 34A & 34B & 35
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnbau & Heim
Datierung: 1747-1748
Entwurf: Petri, Isaak Jakob (Ingenieur)
Ausführung: Feldmann, Christian Friedrich
Bauherr: Friedrich II. (König von Preußen)

Als ältestes Gebäude in der Friedrich-Wilhelm-Stadt schließt sich nördlich das Invalidenhaus, Scharnhorststraße 34-35 an. Friedrich II. verfügte 1746 den Bau dieser Versorgungsanstalt für Kriegsveteranen. (1) Nach dem Entwurf des Ingenieurhauptmanns Isaak Jacob Petri entstanden unter der Leitung des damaligen Berliner Stadtkommandanten Hans Christoph Friedrich von Hacke seit 1747 die ausgedehnte, um drei Höfe gruppierte Anlage mit angrenzenden Nutzgärten für die Selbstversorgung sowie Invalidenpark und Invalidenfriedhof. Das eigentliche Hauptgebäude, das vor allem die Wohnungen der Invaliden beherbergte, bestand ursprünglich aus einem großen Mittelbau mit südlich und nördlich angefügten Kirchen für Protestanten und Katholiken und langen Seitengebäuden mit Ausrichtung auf die ehemalige Invalidensäule im Invalidenpark. Von dieser großen Dreiflügelanlage sind nach Kriegszerstörungen nur die beiden Flügelbauten erhalten, die den Ehrenhof flankieren. Eine gleichmäßige Fensterreihung und die gerade Trauflinie kennzeichnen das lang gestreckte Äußere der Baukörper, die von abgewalmten Satteldächern überdeckt sind. Ein moderner Mittelbau, der die von den überkommenen Bauten vorgegebene Kubatur und Struktur übernimmt (Architekten Thomas Baumann und Dieter Schnittger, 1997-2000), vervollständigt wieder die durch die Kriegsverluste zwischenzeitlich gestörte städtebauliche Konfiguration. Auch dieser Komplex wird, wie die benachbarte Kaiser-Wilhelm-Akademie vom Bundesministerium für Wirtschaft genutzt.

Der 1999-2000 wieder hergestellte Ehrenhof geht auf eine Planung Lennés von 1820 zurück, deren Grundgestalt nicht wesentlich verändert wurde. Gerade Wege zu den Hauseingängen teilten den Hof kreuzförmig in vier gleich große Rasenflächen. Den ehemaligen Verlauf des Mittelweges kennzeichnen heute noch einige alte Lindenbäume.


1) Vgl. BusB 1896, Bd. II, S. 409-410.

Literatur:
  • Nicolai, Residenzstädte, 1786 Ollech von, Geschichte des Berliner Invalidenhauses BusB II/III 1896 / Seite 409-410
  • Kieling, Baumeister, 1990Topographie Mitte, 2003 / Seite 633 f.