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Zigaretten Josetti

Obj.-Dok.-Nr.: 09011052
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Rungestraße
Hausnummer: 22 & 23 & 24 & 25
Strasse: Brückenstraße
Hausnummer: 6A
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Geschäftshaus & Gewerbebau
Fertigstellung: 1906-1907
Bauherr: Kreslowsky (Kaufmann)

Die Rungestraße, die heute östlich der Brückenstraße durch den Neubaukomplex an der Jannowitzbrücke geprägt wird, zählt zu den ältesten Straßen in der Luisenstadt. Früher Wassergasse genannt, markiert sie den ursprünglichen Verlauf des Uferweges an der Spree; das Areal nördlich der Straße wurde erst im 18. Jahrhundert angelegt. Die Grundstücke Rungestraße 22-25 waren unbebaut, bis 1907 die Zigarettenfabrik Josetti als weitläufige Gewerbehofanlage errichtet wurde, die sich mit mehreren Höfen bis zur Spree erstreckt. Die dreiständrige Stahlskelettkonstruktion der Hauptflügel, die deutlichen schmaleren Seitenflügel sind zweiständrig angelegt, ermöglicht freie Grundrisslösungen mit bis zu geschossgroßen Produktionsräumen. Die vertikale Erschließung erfolgt über eine größere Zahl von Treppenhäusern und Aufzügen, so dass in der Regel jeder Gebäudeflügel mit mindestens einer Treppen- und Aufzugsanlage bestückt ist. Das Raster der Stahlkonstruktion prägt den in Pfeiler und Brüstungsfelder aufgegliederten klaren Fassadenaufbau. Die über zwei Parzellen reichende und vier- bis fünfgeschossige Hauptfassade ist entsprechend dem gekrümmten Straßenverlauf leicht abgewinkelt. Drei mehrachsige Risalite, jeweils um ein Geschoss erhöht, sowie eine differenzierte vertikale Gliederung mittels Lisenen und Pilaster rhythmisieren die lang gestreckte Straßenfront. Der sparsam eingesetzte Jugendstildekor mildert die Strenge der Fassadengestaltung. Von der Gewerbehofanlage, deren Hoffassaden mit weiß glasierten Ziegeln verblendet und durch grüne Ziegelbänder gegliedert sind, haben sich jeweils zwei Höfe erhalten. (1) Der bis zum Zweiten Weltkrieg als Zigarettenfabrik genutzte Bau ist ein architektonisch anspruchsvolles Beispiel für die in der Luisenstadt ursprünglich typischen Gewerbehofanlagen. Er wurde inzwischen aufwändig saniert.


1) Ziemann 1995, S. 103

Literatur:
  • Adressbuch, 1907 / Seite Straßenverzeichnis
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 257
  • Hoffmann-Axthelm, Köpenicker Straße, 1990 / Seite 23, 29
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 410