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Wohnhaus & Verwaltungsbau Melchiorstraße 20 & 21 & 22

Obj.-Dok.-Nr.: 09011040
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Melchiorstraße
Hausnummer: 20 & 21 & 22
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus & Verwaltungsbau
Entwurf: 1908/1909
Fertigstellung: 1910
Umbau: 1936-1937
Entwurf: Brodführer, Carl Theodor (Architekt)
Bauherr: Berliner Städtische Wasserwerke

Das Wohn- und Verwaltungsgebäude der Berliner Wasserwerke auf dem Gelände der ehemaligen Rohrnetzwerkstatt Melchiorstraße 20-22 wurde 1936-37 von Carl Theodor Brodführer erbaut. (1) Die sachlich gestaltete, gleichmäßig gerasterte rote Klinkerfassade wird durch schmale durchgehende Sohlbankgesimse horizontal gegliedert. Die hohe, mit Muschelkalk verkleidete Sockelzone und die breite Hofdurchfahrt mit eingestellten Pfeilern, Figurenrelief und Medaillons orientieren sich an der zeittypischen monumentalen Architekturauffassung des Nationalsozialismus. Der fünfgeschossige Bau ist das einzige der herausragenden Gebäude in der Luisenstadt, das in der Zeit des Nationalsozialismus errichtet wurde, es steht aber durch seine einfache, am menschlichen Maß orientierte Gliederung und die Wahl des Ziegelmaterials noch in der Tradition der Architektur der 1920er Jahre. Das Relief zeigt Arbeiter der Wasserwerke, die Medaillons stellen den Bezug zu Berliner Gewässern durch Segelboot und Möwen her. Als städtische Einrichtung wird das Gebäude durch einen Berliner Bären gekennzeichnet.


1) Brodführer, der 1919-25 den Bahnhof Friedrichstraße umgebaut hatte, ist in Berlin vor allem durch seine Bauten der 1930er Jahre bekannt. Sowohl die Lindenkirche in der Homburger Straße, 1934-36 erbaut, als auch das Verwaltungsgebäude der Charlottenburger Wasser- und Industriewerke AG und das sogenannte Margarinehaus am Hohenzollerndamm (1938-39) sind typische von Brodführer gestaltete Bauten.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 414
  • Haberlandt 18 (1908) & Haberlandt 19 (1909)