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Feuerwache Luisenstadt

Obj.-Dok.-Nr.: 09011037
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Köpenicker Straße
Hausnummer: 125
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Feuerwache
Fertigstellung: 1866
Bauherr: Stadtgemeinde Berlin

Die ehemalige Feuerwache Luisenstadt, Köpenicker Straße 125, wurde 1866 durch die Stadtgemeinde Berlin errichtet. Sie gilt nach der bereits 1859 errichteten Feuerwache in der Linienstraße als zweitältestes Berliner Feuerwehrdepot. Durch ein dichtes Netz von Feuerwachen war gewährleistet, dass die pferdebespannten Löschzüge ca. 10-15 Minuten nach Alarmierung den Brandherd erreichten. (1) Die dreigeschossige, aus Vorderhaus und Seitenflügel bestehende "Brandinspektion II" konnte zwei Löschzüge aufnehmen. (2) Die Raumstruktur war mit den Wagenremisen und den Stallungen im Erdgeschoss, Lagerräumen und Aufenthaltsräumen des Wachpersonals sowie den Wohnungen des Führungspersonals in den Obergeschossen verbindlich vorgegeben. Die nüchterne gelbe Ziegelarchitektur der Feuerwache, die durch rote Bänder belebt wird, steht noch in der Tradition des spätklassizistischen Berliner Rundbogenstils. Die Feuerwache galt zur Zeit ihrer Erbauung als ein moderner und vorbildlicher Bau. Daher wurde das Gebäude 1877 in zeitgenössischen Darstellungen als ein Musterbeispiel für moderne Feuerwachen vorgestellt. (3) Die ursprüngliche Funktion ist am kürzlich renovierten Ziegelbau noch immer deutlich ablesbar: Vor allem im Erdgeschossbereich des Vorderhauses weisen die Toröffnungen und die von gusseisernen Säulen gestützten Remisen darauf hin. Auch im Erdgeschoss des Seitenflügels sind in der Fassadenabwicklung die Türöffnungen der Stallungen zum Teil noch erkennbar.


1) Die seit 1851 an das Telegraphennetz angeschlossenen Feuerwachen waren ca. 5 Minuten nach Eingang der Brandmeldung alarmiert und rückten 2-3 Minuten später bereits aus. Durch den ab 1853 beginnenden Einsatz des von Feuermeldern konnten die Alarmierungszeiten weiter verkürzt werden.

2) Zur effektiveren Bekämpfung der permanenten Brandgefahr wurde in Berlin 1851 eine militärisch aufgebaute Berufsfeuerwehr ("Brandpolizei) gegründet. Mit der Reorganisation von 1875 wurden die Brandinspektionen aufgelöst und nach militärischem Vorbild durch Kompanien ersetzt. Eine Kompanie bestand aus vier Löschzügen. Jeder Löschzug verfügte über eine Feuerspritze, einen Personen- und einen Wasserwagen. Die Löschgeräte wurden bis zum Beginn des 20. Jh. von Pferdegespannen gezogen. Vgl. Zur 1986.

3) Vgl. BusB 1877, 291f.

Literatur:
  • BusB I/II 1877 / Seite 291f.
  • BusB X A 1 1976 / Seite 14, 50
  • Hoffmann-Axthelm, Köpenicker Straße, 1990 / Seite 36
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 412