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Parochialkirchhof mit Einfriedungsmauern, Gitter, Grabstätten, Grabdenkmalen und Mausoleen

Obj.-Dok.-Nr.: 09010225
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Klosterstraße
Hausnummer: 66 & 67
Strasse: Parochialstraße & Waisenstraße
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Friedhof & Einfriedung & Mausoleum & Grabmal
Datierung: ab 1701

Das Grundstück des Kirchplatzes und des Parochialkirchhofes erwarb 1694 die Deutsche Reformierte Gemeinde von dem Geheimen Rat und Kammerpräsident von Knyphausen. (1) Der mit altem Baumbestand, insbesondere frei angeordneten Linden, Kastanien und Ahorn bestandene Kirchhof wird im Osten von der ursprünglichen Mauer und an der Nordseite von einem 1888 errichteten eisernen Gitterzaun begrenzt. Vom Eingang an der Parochialstraße umzieht ein Pflasterweg die Südseite der Kirche. Während der hier gelegene Kirchplatz stark verändert ist, vermag der Kirchhof ein Bild des 19. Jahrhunderts zu vermitteln. Prägend hierfür sind efeugedeckte Grabhügel mit gusseisernen Kreuzen, etwa aus dem Zeitraum 1840-1895. Mit ihnen erscheinen hier etliche Varianten dieses im 19. Jahrhundert so beliebten Denkmaltyps, vom romanisierenden Tatzenkreuz, das auf einen Entwurf von Karl Friedrich Schinkel zurückgeht, bis hin zu Kreuzen mit reliefierten diaphanen Enden und eingesetzten Inschriftentafeln. Aus der Frühzeit der Anlage stammen die drei, in die Südfassade des Kirchenbaus, und die vier, in die östliche Kirchenmauer eingelassenen Epitaphien. Die Bildhauer dieser prunkvoll mit Inschriften und plastischem Beiwerk verzierten Tafeln sind nicht bekannt, auch dürften die jetzigen Standorte nicht die ursprünglichen sein.

Einzelne in der heutigen Rasenfläche verbliebene Fragmente von Grabstätten, wie Grabhügel, Kissen- beziehungsweise Fußsteine oder von Erdreich eingewachsene Gitterschwellen lassen das ehemalige Wegenetz erahnen, welches dem apsidialen Grundriss des Kirchenchores folgte. Den östlichen Randweg markieren noch einige wenige Familiengrabstätten und zwei aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammenden Mausoleen.


1) Vgl. Akte Parochial III/37, Archiv der Parochialgemeinde; Förtsch, Isolde/Förtsch, Christian, Der Friedhof der Parochialgemeinde, masch. Manuskript (Signatur im Archiv der Parochialgemeinde: Parochial III/37), S. 1; Wendland 1979, S. 9.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 207-208