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Fundamente und Bestattungen des Dominikanerklosters/ ehem. Berliner Doms

Obj.-Dok.-Nr.: 09010178
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Schloßplatz
Hausnummer: 1
Denkmalart: Bodendenkmal
Sachbegriff: Fundamente & Bestattungen & Stadtmauer & Siedlungsreste
Datierung: 1150-1699

Der mittlere Bereich der Spreeinsel zwischen ehemaligem Staatsratsgebäude und Lustgarten wird heute von dem 1973-76 errichteten Palast der Republik und der Freifläche des Schlossplatzes bestimmt. Hier befand sich bis zu seinem Abriss im Jahre 1950 das Stadtschloss der Hohenzollern, das seit dem 15. Jahrhundert, von einer mittelalterlichen Burganlage ausgehend, in mehreren Bauphasen errichtet worden war. Direkt neben dem Schloss, zwischen den ehemaligen Einmündungen von Breite Straße und Brüderstraße, erhoben sich Kirche und Kloster des Dominikanerordens. Die Kirche war noch bis zum Bau des Doms am Lustgarten als Schlosskirche genutzt und 1747 abgerissen worden. 1994 konnten bei geophysikalischen Messungen Fundamente und Bestattungen des Dominikanerklosters, Schlossplatz 1, geortet werden. 1997 untersuchte das Landesdenkmalamt Berlin sieben Aufschlüsse zur Stratigraphie der Stadtböden Köllns. Dabei konnten Fundamentreste der Klostersüdmauer, ein Pfeilerfundament der Klosterkirche sowie Bestattungen und Reste des Mühlengrabens nachgewiesen werden. Überreste eines Gebäudefundaments, basierend auf Holzkonstruktionen, und eine Grube mit verfüllten Siedlungsrückständen, die beide offensichtlich aus der Zeit vor der Klostergründung 1297 stammen, lagen außerhalb des Klosters. Innerhalb des Klosters wurden zwei Brandgruben beziehungsweise Teerschwelen gefunden, von denen eine von einer Bestattung geschnitten ist, die unterhalb des Niveaus der Klostermauerfundamente lag. Darüber hinaus fand man ein Pfeilerfundament vom südlichen Seitenschiff sowie elf Bestattungen im Bereich des Mittelschiffes. Erfasst wurde außerdem die westliche, in Sandsteinquadern gesetzte Ufermauer des Mühlengrabens. Hierbei handelte es sich um einen ausgebauten Teil des Schleusengrabens zum Betreiben der Werderschen Mühlen, der in die Ausbauphase nach 1672-94 datiert werden kann. (1)


1) Dressler 1990.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 59
  • Dressler, Torsten, Neue archäologische Untersuchungen im Bereich des ehemaligen Dominikanerklosters in Alt-Cölln, Berlin. Ein Beitrag zur Geschichte des Kloster, in: Ethnographisch Archäologische Zeitschrift, 40 (1999) / Seite 59-97
  • Malliaris, Michael: Ausgrabungen auf dem Schlossplatz in Berlin-Mitte. Neues aus Alt-Cölln, in: Der Bär von Berlin. Jahrbuch 2011 des Vereins für die Geschichte Berlins / Seite 9 - 28
  • Malliaris, Michael: Die Ausgrabung der Burgsdorff´schen Gruft, in: Wemhoff, Matthias (Hg.): Von den letzten Dingen. Sepulkralkultur in der Mark Brandenburg 1500 - 1800. Berlin 2012 / Seite 7
  • Malliaris, Michael: Ausgrabungen auf dem Schlossplatz in Berlin-Mitte, in: Alte Mitte - Neue Mitte ? Positionen zum historischen Zentrum von Berlin. Herausgegeben von der Historischen Kommission zu Berlin e. V. in Verbindung mit dem Landesarchiv Berlin, d / Seite 45 - 54
  • Malliaris, Michael: Kloster und Lustgarten vis à vis. Weitere Grabungen auf dem Schlossplatz in Berlin-Mitte, in: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2011 / Seite 115 - 118
  • Malliaris, Michael/Krebs, Daniel: Grüfte im alten Dom zu Berlin, in: Archäologie in Deutschland 6, 2013 / Seite 22 - 23
  • Malliaris, Michael: Ausgrabungen am Schlossplatz in Berlin-Mitte und die Wiederentdeckung der "Burgsdorff´schen Gruft", in Acta Praehistorica et Archaeologica 47, 2015 / Seite 141 - 152
  • Malliaris, Michael: Die Baugeschichte des Dominikanerklosterareals in Cölln an der Spree vom 12. Jahrhundert bis zum Jahr 1747 nach den Ausgrabungen am Schlossplatz in Berlin-Mitte. Dissertation an der Freien Universität Berlin, Januar 2016. / Seite .
  • Malliaris, Michael/Wemhoff, Matthias: Das Berliner Schloss. Geschichte und Archäologie. Berlin 2016.