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Straßenland zwischen Grundstück 46 und Spittelmarkt, Reste der Stadtbefestigung

Obj.-Dok.-Nr.: 09010169
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Leipziger Straße
Denkmalart: Bodendenkmal
Sachbegriff:
Datierung: 1601/1700

Das Märkische Museum nutzte in den Jahren 1972-73 eine Bodenöffnung für den Leitungsbau, um Einblicke in die Festungsanlagen an der Nordseite der Bastion IV am Spittelmarkt und der Leipziger Straße zu nehmen. (1) Bei einer Aufschlussgröße von 6 Meter Breite und 4 Meter Tiefe konnten aus drei Phasen des Festungsbaus folgende Befunde festgestellt werden:

Aus der Zeit 1658-1730 stammen die Basismauer des "Glacis", einem schmaleren zweiten Vorwall, und Teile des gedeckten Weges am Festungsabschnitt des Friedrichswerders. Dieser sogenannte Weg am Vorwall "Fossebraye" war durch einen Graben zusätzlich gesichert. Die Sohle des Mauerfragmentes aus Kalksteinquadern lag 3,20 Meter tief, die Breite betrug 1,20 Meter, die Höhe 1,95 Meter. Die Breite des Festungsgrabens maß 56 Meter. Teile der Basismauer des Hauptwalles wurden ebenfalls angeschnitten. Die Breite des Hauptwalles wurde mit 47,80 Meter angenommen.

Aus der Zeit 1730-1776 stammen 45 Gründungspfähle aus Eiche von einer Holzbrücke, die über den Durchbruch in der Bastion IV zur Leipziger Straße führte. Weiterhin wurden fünf Brückenpfeiler festgestellt, der Oberbau der Brücke ist nicht mehr vorhanden. Vier Holzbohlenwände belegen die Verengung des Festungsgrabens ab 1740. Mehrere Verfüllungsphasen der Gräben wurden beobachtet.

Ab 1777 ebnete man die Festungsanlage weitgehend ein und baute die Leipziger Straße repräsentativ aus. Die Breite des weiterhin erhaltenen Festungsgrabens betrug 5,20 Meter. Neben dem Fundament der Steinbrücke wurden Ansätze des Brückengewölbes und Hausfundamente freigelegt.


1) Vgl. Mauter 1974.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 318