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Mietshaus & Fabrik Ackerstraße 14 & 15

Obj.-Dok.-Nr.: 09010085
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Ackerstraße
Hausnummer: 14 & 15
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus & Fabrik
Fertigstellung: 1867
Umbau: 1898 & 1906
Umbau: 1911
Entwurf & Ausführung: Kraaz, Johannes (Architekt)
Ausführung: Eichholtz, C.
Bauherr: Wilhelmi, Friedrich Ferdinand August (Steindrucker)
Bauherr: Gillmann, Otto (Ingenieur)
Bauherr: Budwell, Max (Kaufmann)

Ein Beispiel für die intensive Grundstücksausnutzung in diesem Bereich ist die Überbauung des Grundstücks Ackerstraße 14-15. Das fünfgeschossige Vorderhaus war schon 1867 fertig gestellt worden. Da es auf einem Doppelgrundstück errichtet wurde, weist es im Unterschied zu den Nachbarbauten zehn Achsen auf. Die Fassade ist symmetrisch mit übereinander gestellten Kolossalordnungen in den vier Achsen über der mittigen Durchfahrt angelegt und mit einem spätklassizistischen Stuckdekor versehen. Während die Innenausstattung aus der Bauzeit mit Kreuzstockfenstern, den in feinen Sprossen verglasten Wohnungstüren und den schlanken Traillen des Treppengeländers nahezu vollständig erhalten ist, verweist das schmiedeeiserne Durchfahrtstor durch seine am Jugendstil orientierten neoklassizistischen Formen schon auf die beiden von Johannes Kraaz entworfenen Quergebäude von 1911. Diese beiden fünfgeschossigen Wohnhäuser greifen mit Loggien, Erkern und Balkonen Entwicklungen des Reformwohnungsbaus auf. Hinter diesen beiden Quergebäuden folgt im dritten Hof eine dreigeschossige Fabrikanlage, die der Maurermeister C. Eichholtz kurz vor 1900 als Klinkerverblendbau mit großen Segmentbogenfenstern erbaute und wohl 1907 um zwei Anbauten erweiterte. Die einzelnen Bauabschnitte auf dem Grundstück waren jeweils mit einem Eigentümerwechsel verbunden. Das fünfgeschossige Vorderhaus von 1867 gab der Steindrucker Friedrich Wilhelmi, dem das Grundstück seit 1836 gehörte, in Auftrag, das Fabrikgebäude beauftragte der Kaufmann Max Budwell 1897 vermutlich zur Eigennutzung, die beiden Wohnquerflügel entstanden 1911 im Auftrag der Firma Hilbert und Hannemann, ein auf die Herstellung von Zentralheizungs-, Gas- und Wasseranlagen spezialisiertes Unternehmen. Diese Bauherren verdeutlichen exemplarisch den sozialen Wandel, der sich hier in der Bauherrenschaft vollzog, vom für die Vorstadt typischen Handwerker über den vermögenden Kaufmann zur mittelständischen Firma.

Literatur:
  • Haberlandt 20 (1910) / Seite Sept. 1910 bis Sept. 1911.
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 543