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Centralmagazin der städtischen Gaswerke

Obj.-Dok.-Nr.: 09010034
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Friedrichshain
Strasse: Stralauer Platz
Hausnummer: 33 & 34
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Lagerhaus & Fabrik & Verwaltungsgebäude & Pförtnerhaus
Datierung: 1906-1908
Entwurf: 1904
Entwurf: Reimer und Körte (Baugeschäft für Eisenbau- und Baukonstruktion)
Ausführung: Hellmuth Krüger und Lauermann (Baugeschäft)
Ausführung: Albert Biebendt

Das Zentralmagazin der städtischen Gaswerke Stralauer Platz 33-34 wurde 1906-08 nach Entwürfen der Architekten Reimer & Körte gebaut. (1) Es befindet sich an der Stelle der ersten städtischen Gasanstalt Berlins, die 1847 in Konkurrenz zu der englischen "Imperial-Gas-Association" die industrielle Verdichtung des Stralauer Viertels frühzeitig mitbestimmt hat. Nachdem größere Anlagen (vor allem in der Danziger Straße) die zur Jahrhundertwende veraltete Technik der Kohlevergasung aus der ersten Generation ersetzt hatten, nutzte das Unternehmen sein Grundstück an der Spree für den Neubau eines "Zentralmagazins". Es diente vorrangig der Lagerung gastechnischen Bau- und Reparaturmaterials. Von dem als viergeschossige Vierflügelanlage geplanten Magazin- und Werkstattgebäude kamen nur Vorder-, östlicher Seiten- und ein Teil des spreeseitigen Querflügels zur Ausführung. Während das Ziegelmauerwerk der Umfassungswände noch konservativ in gleicher Wandstärke ohne Pfeilervorlagen ausgeführt wurde, besteht die innere Tragkonstruktion (Decken, Stützen und Unterzüge) aus Stahlbeton. Diese moderne Stahlbetonkonstruktion ermöglichte großflächige, dreischiffige, hallenartige Lagergeschosse mit Stützenabständen von ca. 4,55 m, die schwere Lasten, vornehmlich guss- und schmiedeeiserne Rohre sowie Kandelaber u.ä. aufnahmen. Treppenhäuser und Lastenaufzüge sind als Scharniere zwischen Haupt-, Seiten- und Querflügel platziert. Das ebenfalls viergeschossige Wohn- und Verwaltungsgebäude ist ein traditioneller Mauerwerksbau, in dessen drei Obergeschossen Dienstwohnungen untergebracht waren.

Der Komplex zeigt mit den Schweifgiebeln an der Fassade Stralauer Platz repräsentative Barockmotive, die Magazin- und Werkstattflügel mit dem Verwaltungsgebäude gestalterisch zusammenfassen. (2)


1) Pförtnerhaus und westliches Verwaltungsgebäude wurden durch das Baugeschäft Albert Biebendt in Angleichung an die Planung von Reimer und Körte errichtet.

2) Vgl. Die städtischen Gaswerke in Berlin; Radutzky.

Literatur:
  • Die städtischen Gaswerke in Berlin 1847-1897, Berlin 1897 / Seite Stadtbibl.: VI 2890
  • Radutzky, Arnold, Die Berliner städtische Gaswirtschaft, Berlin 1932 / Seite Stadtbibl.: Ml 125
  • Topographie Friedrichshain, 1996 / Seite 21, 66, 117-118