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Elisabethkirchplatz

Obj.-Dok.-Nr.: 09010005
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Invalidenstraße
Hausnummer: 3
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Kirchplatz
Baubeginn: ab 1835
Umbau: 1881 & ab 1890
Entwurf: Mächtig, Hermann (Gartenarchitekt)

Ein Lageplan von Karl-Friedrich Schinkel aus dem Jahre 1828 zeigt die Elisabethkirche im Zentrum eines kreuzförmigen, von Baumreihen eingefassten Platzes. (1) Nach der Einweihung der Kirche 1835 blieb die Gartengestaltung des Elisabethkirchplatzes, Invalidenstraße 3, zunächst aus. Erst 1849 kam es in der Umgebung von St. Elisabeth zu ersten Gestaltungsmaßnahmen. (2) Für die 1860er Jahre ist eine Gestaltung des Platzes mit einer ovalen Wegeführung um die Kirche nachweisbar.(3) Der heutige Platzgrundriss erhielt um 1868 eine maßgebliche Prägung, indem die Elisabethkirchstraße östlich und nördlich der Kirche von der Invalidenstraße zur Strelitzer Straße geführt und das Küsterhaus am westlichen Grundstücksrand errichtet wurde. Diese städtebauliche Situation war die Grundlage für eine 1881 im Auftrag der Kommune vorgenommene Neugestaltung des Platzes nach einem Entwurf des Gartendirektors Hermann Mächtig von 1880. (4)

Noch heute zeugt der Kirchplatz trotz späterer Veränderungen und Kriegsschäden von der streng formalen Platzgestaltung Mächtigs. Straßenseitig umgibt ihn ein schmiedeeiserner Gitterzaun von 1851 mit Eingängen an der Invaliden- und der Elisabethkirchstraße, der von einem Gehölzsaum begleitet wird. Die Raumkomposition der Anlage akzentuierte die Stellung des klassizistischen Baus im Stadtraum. Symmetrische Wegeführungen umziehen die Kirche und gliedern im Süden eine dreigeteilte Anlage aus einem Rasenschmuckstück und seitlichen Strauchflächen. Die annähernd rechteckige Rasenfläche nimmt Bezug auf das Kirchenportal, dessen Treppenanlage von symmetrischen Baumpflanzungen flankiert wird. Die an den Längsseiten der Kirche entlangführenden Alleen aus Rotdorn und Linden sind noch fragmentarisch erhalten. Anstelle eines nördlich der Apsis gelegenen geometrisch ausgebildeten Schmuckanlage mit ornamentalen Blumenpflanzungen befindet sich seit 1940 ein Kinderspielplatz. Die nördlich davon konzipierte halbkreisförmige Rahmenpflanzung aus Rotdorn ist noch ablesbar. Auch das überkommene Wegenetz zeugt in der Grundstruktur noch von der ursprünglichen Gestaltung, während die Kleinpflasterbeläge, wie zum Beispiel im Eingangsbereich der Kirche, wohl erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgebracht wurden. Zu erheblichen Veränderungen auch der Proportionen kam es von 1890 bis 1907, als der westliche Randbereich der Parkanlage durch den Neubau des Pfarr- und Gemeindehauses beansprucht wurde. Der vom Platz abgetrennte schmale Zugangsbereich wurde mit einem Gitterzaun begrenzt. Seit 1906 ist der Vorplatz von St. Elisabeth mehrfach umgestaltet worden, dabei wurden die mit Ziergehölzen bepflanzten Flächen reduziert und die schlichten Rasenflächen vergrößert. Diese überlieferte, weniger pflegeintensive Gestaltung wurde bei der 2001 durchgeführten gartendenkmalpflegerischen Wiederherstellung des Vorplatzes berücksichtigt. (5)


1) "Plan des Kirchplatzes im Voigtlande Schinkel 1928", Standort des Originals: Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett.

2) Kuntze 1855.

3) Lemburg, Peter u. Röper-Vogt, Ursula, Denkmalpflegerisches Gutachten St. Elisabeth-Kirche, Gutachten im Auftrag der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Berlin 1992; Liebenowplan "Situations-Plan von der Haupt- und Residenz-Stadt Berlin und Umgegend", auf Grundlage des früheren Sineck'schen Planes, 1867, bearbeitet Liebenow.

4) Landesarchiv Berlin, ARep. 07, Nr. 47, Elisabethkirchplatz (1880-1940); Plan "Platz um die Elisabethkirche", undatiert.

5) Süßkow, Regine, Elisabethkirchpark, Gartendenkmalpflegerische Dokumentation und Vorschlag zur Neugestaltung, Gutachten im Auftrag des Landesdenkmalamtes Berlin, Berlin 1999.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 546 f.