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Akademie der Künste

Obj.-Dok.-Nr.: 09010004
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Tiergarten
Strasse: Hanseatenweg
Hausnummer: 10
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Gartenhof & Außenanlage
Fertigstellung: 1960
Entwurf: Rossow, Walter (Gartenarchitekt)
Bauherr: Akademie der Künste

Die Freiraumgestaltung der von Düttmann konzipierten inneren und äußeren Gartenhöfe und des Umfeldes der Akademie der Künste wurde Prof. Walter Rossow (1910-1992) übertragen. (1) Weite, nur durch wenige Solitärgehölze akzentuierte Rasenflächen und Schieferplattenwege lassen das Gebäude aus Richtung des Hansaviertels wirkungsvoll in Erscheinung treten. Ausstellungshalle und Studio begrenzen einen als Forum und Treffpunkt dienenden Vorplatz, zu dem eine breite Treppenanlage herabführt. Charakteristisch für die Innenraumgestaltung ist die Abfolge niedriger und hoher Räume sowie die Gestaltung von "Enge und Weite", die durch das angewendete Atriumkonzept erzeugt wird. Die um Gartenhöfe gruppierten großzügig verglasten Räume werden durch den Blick in den Hof erweitert. Die Gartenbilder sind Sichtbezüge für die Innenräume; Architektur und Freiräume verschmelzen zu einer Einheit, die durch fließende Übergänge und eine feinfühlige Materialwahl noch akzentuiert wird. Der Bodenbelag aus Schieferplatten, der im gesamten Gebäude anzutreffen ist, setzt sich in den Atrien fort. Da die Fensterwände ohne sichtbares Sockelprofil direkt auf dem Boden ansetzen, bildet der Plattenbelag ein Kontinuum von innen nach außen, wobei der Schiefer in Außenbereichen bruchrau belassen wurde.

Im Erdgeschoss entstehen durch Verengung und Aufweitung der Räume und fließende Übergängen zwischen Innen und Außen reizvolle Überraschungseffekte. Ein verglaster Gang, der Studio und Verwaltungshaus verbindet, ermöglicht Einblicke in zwei voneinander getrennte Gartenbereiche. Der nördliche Hof wirkt mit einer Buche, einigen Essigbäumen und Sträuchern in das Foyer hinein. Südlich des Verbindungsgangs öffnet sich ein weiträumiger Gartenbereich. Der dichte, von wenigen schmalen Plattenwegen durchzogene Strauch- und Baumbestand leitet zum angrenzenden, landschaftlich gestalteten Englischen Garten über. Ursprünglich bestimmte eine mehrstufige Staudenfläche, akzentuiert durch Rosen und Solitärbäume, das Erscheinungsbild des fein modellierten Freiraums. Ein lang gestrecktes flaches Wasserbecken begleitet den Verbindungsgang, wobei eine das Wasserbecken durchkreuzende Reihe von Betonpalisaden mit vorgepflanzten Parkrosen einen transparenten Übergang zum Gartenhof des Verwaltungshauses bildet.

Eine großzügige Treppenanlage führt in das obere flache Foyer des Ausstellungsgeschosses, das um einen allseitig durch große Glasschiebetüren zugänglichen Skulpturenhof angelegt ist. Da der Skulpturenhof als integraler Bestandteil des Ausstellungskonzeptes in Erweiterung der Innenräume konzipiert wurde, ließ Rossow ihn größtenteils befestigen. Nur wenige, überwiegend mit Gräsern, Bambus und einigen Stauden bepflanzte Beete, zum Beispiel in der Umgebung des von Düttmann entworfenen Wasserbeckens, akzentuieren den Hof.


1) Van Rijn, Monique, Voracek, Vladimir (Hrsg.): Festschrift zum 70. Geburtstag von Herrn Prof. Walter Rossow, Stuttgart 1980; Bauwelt 49 (1958), S. 689; Bauwelt 50 (1959), S. 1431; Bauwelt 51 (1960), S. 738, 762f., 1131-1143; Akademie der Künste, Die Mitglieder und ihr Werk, Berlin 1960; Kühne, Günther: Werner Düttmann, in: Ribbe/Schäche, Baumeister, Architekten, Stadtplaner, Berlin 1987, S. 581-584; Engel, Helmut u.a. (Hrsg.): Geschichtslandschaft Berlin, Band 2, Tiergarten, Teil 1, Berlin 1989, S. 63-70; Werner Düttmann, Architekt für Berlin, verliebt ins Bauen, bearbeitet von Haila Ochs, Basel, Berlin, Boston 1990, S. 60-83; Dolff-Bonekämper 1999, S. 94-107.

Literatur:
  • Festschrift zum 70. Geburtstag von Herrn Prof. Walter Russow, hrsg. v. M. van Rijn, V. Voracek,1980Bauwelt 49 (1958) / Seite 689
  • Bauwelt 50 (1959) / Seite 1431
  • Bauwelt 51 (1960) / Seite 738, 762f, 1131-1143
  • Akademie der Künste. Die Mitglieder und ihr Werk, 1960Kühne, G., Werner Düttmann in
    Baumeister, Architekten, Stadtplaner, 1987 / Seite 581-584
  • Geschichtslandschaft, Tiergarten 1, 1989 / Seite 63-70
  • Werner Düttmann - Verliebt ins Bauen, 1990 / Seite 60-83
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005 / Seite 191