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    Städtebau  
 

Interdisziplinärer offener Planungswettbewerb mit Ideenteil im zweiphasigen Verfahren für
Stadtplaner und/oder Architekten in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten
"Sportforum Berlin, Berlin Lichtenberg"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
39.000 Euro
  HOLZWARTH Landschaftsarchitektur, Berlin
Verfasser: Gerd Holzwarth
Mitarbeit: Jan van den Berge, Sophia Krause,
Alicja Smolinska, Anne Mann

Yellow Z, Berlin
Verfasser: Oliver Bormann
Mitarbeit: Rosa Schick, Robin Hueppe,
Mathias Maurerlechner



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Grundidee des Entwurfs nimmt ein immanentes Thema des Sports auf und nutzt die Idee der „Spielfelder“ als strukturierendes Motiv für die gesamte Fläche des Sportforums. Eine besondere Qualität hierbei ist, dass sowohl der Friedhof als auch das Gelände des Schul- und Leistungssportzentrum (SLZB) im selben Duktus bearbeitet werden. Die Struktur der Felder, eingebunden in ein engmaschiges Netz aus Erschließungswegen, macht die DNA des Entwurfs aus. Die Ratio zwischen der Erschließung und der Größe der Felder wird als kritisch betrachtet, weil mit dem hohen Erschließungsgrad auch ein hoher Versiegelungsgrad verbunden ist.

Das zweite wesentliche Thema des Entwurfs ist die Mitte als Hybrid einer aus dem Profisport entwickelten Programmierung und einer auf den Freizeitsport bezogenen Nutzung, die sich übereinander lagern. Diese Hybridisierung der Mitte erscheint insbesondere qualitätsvoll, da sie eine zeitgenössische Antwort auf das „Mischwesen“ darstellt. Hervorzuheben ist, dass die Mitte des Ortes mit einer dem Programm geschuldeten Gebäudetypologie besetzt wird.

Ansonsten erscheint die generelle Programmierung der Cluster aus sportfachlicher Sicht sehr gelungen, da die unterschiedlichen Sportnutzungen an den richtigen Stellen angedacht sind. Das Thema der Felder wird auch als besonders positiv bezogen auf die phasenweise Entwicklung bewertet und ebenso in Bezug auf die Flexibilität, einzelne Felder gegeneinander auszutauschen.

Durch die deutliche Ost-West-Achse entsteht eine Hierarchie, die eine klare Orientierung und gute Adressbildung ermöglicht. Ähnlich gilt dies für die Nord-Süd-Achse, welche das Areal des Sportforums in die Umgebung einbindet.

Die erste Entwicklungsstufe erscheint aus sportfachlicher und investitionstechnischer Sicht realisierbar, erfüllt die nötigen Maßnahmen und ist ein vernünftiger Auftakt für die zweite Entwicklungsstufe. So entsteht eine Kohärenz zwischen erster und zweiter Stufe, wobei die erste keine Flächen der zweiten Stufe besetzt. Aus Investitions-Sicht ist dies sehr gelungen, da keine Flächen zweimal bearbeitet werden müssen. Trotz aller Nachvollziehbarkeit der ersten Stufe könnte sie schon etwas mehr von der gestalterischen Prägnanz haben, die die zweite Stufe aufweist.

Das Regenwasserkonzept ist insgesamt schlüssig und setzt die Ziele der wassersensiblen Stadtentwicklung um. Die Module der Regenwasserbewirtschaftung werden zum Gestaltungselement der Freiräume.

Die Zufahrt für den MIV muss auf Plausibilität geprüft werden. Im Allgemeinen muss das Thema der PKW- und Busstellplätze noch präzisiert werden.

Kritisch wird der Umgang mit den Opfergräbern gesehen, weil er nicht respektvoll ist.

Abschließend ist zu vermerken, dass die Beach-Handball-Halle aus Denkmalschutzsicht problematisch nah an die unter Denkmalschutz stehende Große Sporthalle heranrückt.

Modell © Machleidt GmbH
Modellfoto
© Machleidt GmbH

Perspektive
Perspektive

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Plan 1
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Plan 2
Plan 2

Plan 3
Plan 3