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    Städtebau  
 

Offener Realisierungswettbewerb in zwei Phasen für
Bewerbergemeinschaften aus Architekten*innen und Landschaftsarchitekten*innen
"Erweiterung Schulstandort Sandinostraße, Berlin Lichtenberg"

Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
18.800 Euro
  Architektur: TOPOTEK 1 Architektur GmbH
Verfasser: Dan Budik
Mitarbeiter*innen: Andrea Gonzalez Palos,
Oliver Kazimir, Johana Sohajkova

Landschaftsarchitektur:
TOPOTEK 1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbh
Verfasser: Martin Rein-Cano
Mitarbeiter*innen: Andrea Gonzalez Palos,
Oliver Kazimir, Johana Sohajkova

Tragwerk, TGA (HLKSE), Fassadenplaner,
Nachhaltigkeit und Umwelt:
Büro Happold GmbH
Verfasser: Andrew Best
Mitarbeiter*innen: Paul Carew, Markus Schoppe,
Gloria Zanchetta, Ben Sochacki

Brandschutz: Eberl-Pacan Gesellschaft von Architekten mbH
Verfasser: Reinhard Eberl-Pacan



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit überzeugt durch die selbstbewusste Setzung von drei gleich großen Baukörpern. Diese gliedern den entstehenden Schulcampus und erzeugen eine städtebauliche Adresse. Straßenseitige Vordächer an den Bestandsgebäuden klären angemessen die barrierefreien Zugangssituationen zu der jeweiligen Schule. Das anschließende Foyer bietet Orientierung und öffnet sich zu den rückwärtigen Freiflächen und Erweiterungsgebäuden.

Jede Schule erhält eine eigene Sporthalle, die mit einem 2-geschossigen Mehrzweckgebäude kombiniert wird. Die Absenkung der Sporthallen erzeugt erhöhte Kosten, die funktionale Zuordnung der Nebenräume scheint nicht abschließend geklärt. Der Mensabereich öffnet sich ebenerdig zum Freiraum, eine Erweiterung in diesen ist bei beiden Gebäuden gut vorstellbar. Die gewünschte Möglichkeit der Zusammenschaltung mit dem Mehrzweckraum ist jedoch nicht möglich. Die Auflösung der Gebäudevolumen im 1. OG durch Dachterrassen als Schulgarten und Pausenflächen werden positiv bewertet, aus schulfachlicher Sicht gibt es hierzu jedoch Bedenken. Die Erschließung der Sporthalle für Externe ist herstellbar.

Die Erweiterung der Gutenbergschule ergänzt als 5-geschossiger Baukörper die beiden niedrigeren Sport- und Mehrzweckgebäude als zentraler Baustein.
Ein ausreichend dimensionierter Innenhof bringt Belichtung bis in das EG. Die Foren im 2. und 4. OG wirken als aufgeweitete Flure, die Verweilqualität wird kritisch gesehen. Ebenso bedauert wird, dass die Einsehbarkeit der Teambereiche eingeschränkt ist.

Die freiräumliche Erschließung folgt der Struktur der Baukörper und verknüpft auf eine einfache Weise die einzelnen Bereiche. Durch unterschiedliche Breiten der Wege wird eine Hierarchie im Freiraum aufgebaut und multifunktionale Plätze und Aufenthaltsorte geschaffen. Das bestehende MEB wird auf eine selbstverständliche Weise in den Schulcampus eingebunden. Es entsteht über das gesamte Schulareal gesehen ein zusammenhängender, gut nutzbarer Freiraum mit kurzen Wegen. Die freiräumliche Trennung der zwei Schulen hingegen überzeugt nicht und konterkariert die sonst so klare Struktur. Weder formal noch räumlich wird der geschwungenen Hainbuchenhecke die notwendige Kraft zugeschrieben, auch wenn die programmatischen Nischen als bereichernd bewertet werden. Aus Sicht der Nachhaltigkeit wird die Arbeit positiv gesehen.

Die Arbeit stellt durch die klare Setzung und Struktur einen diskussionswürdigen Beitrag dar. Es bestehen jedoch Mängel bei der geforderten Anordnung der Foren und Compartments. Bei der Frage der Bespielung des Freiraumes durch zwei organisatorisch getrennte Schulen bleibt die Arbeit eine überzeugende Antwort schuldig.

Modell © Hans-Joachim Wuthenow
Modellfoto
© Hans-Joachim Wuthenow

Perspektive Hauptschulhof
Perspektive Hauptschulhof

Perspektive Dachterrasse
Perspektive Dachterrasse

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG