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    Städtebau  
 

Offener Realisierungswettbewerb in zwei Phasen für
Bewerbergemeinschaften aus Architekten*innen und Landschaftsarchitekten*innen
"Erweiterung Schulstandort Sandinostraße, Berlin Lichtenberg"

Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
8.000 Euro
  Architektur: Fritsch + Tschaidse Architekten GmbH
Verfasser: Rüdiger Leo Fritsch, Aslan Tschaidse
Mitarbeiter: Florian Rödl, Ka Xu

Landschaftsarchitektur:
BL9 Landschaftsarchitekten Roser Cebulsky PartG mbB
Verfasserin: Jennifer Cebulsky
Mitarbeiterin: Bruna Spagnol

Visualisierung: Jens Gehrcken Visualisierung + Architektur.Fotografie

Modellbau: Thomas Egger Modellbau



Beurteilung durch das Preisgericht:

Über die Setzung von zwei kompakten Baukörpern gelingt dem Entwurf eine schlüssige Gliederung des Areals. Die baulichen Ergänzungen schaffen den Rahmen für gut ablesbare Pausenhöfe und Sportfreiflächen. Die Komposition aus Gebäuden und Freiflächen erzeugen einen großzügigen, parkartigen Campuscharakter. Die äußere Erschließung und Adressbildung werden über neu geschaffene Foyers angemessen gelöst. Von hier beginnt die innere Erschließung des Areals, deren Hauptverbindungen durch Pergolengänge unterstrichen werden und gut ablesbar in die Tiefe des Grundstücks führen. Der durch die beiden Bestandsbauten an der Sandinostraße fokussierte Blick auf den zentralen Neubau wirkt nicht zu Ende überlegt. Der zwischen den Bestandsgebäuden und dem zentralen Erweiterungsbau liegende Hofbereich ist in seiner funktionalen Zuordnung nicht eindeutig. Die beiden Pausenhöfe sind den Schulformen jedoch klar zugeordnet und differenziert gestaltet.

Der fünfgeschossige Erweiterungsbau der ISS nimmt auch das geforderte Raumprogramm der Grundschule auf. Der Erschließungskern dieses großen Gebäudes ist nicht ausreichend dimensioniert. Foyer und Treppenhaus sind zu klein und werden den Ansprüchen an ein gestaltetes Entree nicht gerecht. Die Positionierung von WC und Nebenräumen im UG ist nicht optimal. Von diesen funktionalen Mängeln abgesehen, wird aber insbesondere aus schulfachlicher Sicht die Raumaufteilung positiv bewertet. Die Anordnung von Mensa und Mehrzweckzonen im EG und die Option des problemlosen räumlichen Zusammenschaltens überzeugt. In den darüber liegenden Geschossen wird das Compartmentprogramm schlüssig umgesetzt. Die Lage und Belichtung des gemeinsamen Forums und auch der Teambereiche sind ideal.

Die gestapelte Sporthalle flankiert die weitläufige Sportfläche im Süd-Osten. In dieser Lage lässt sie sich gut von den Schülern der ISS und auch externen Nutzern erreichen. Nachteilhaft ist die lange Wegeanbindung für die Grundschüler. Die Sporthalle wird mit dem unteren Geschoss um 4,5 Meter recht tief eingegraben. Ob die dadurch bedingte Kostenintensität städtebaulich notwendig ist, wird kontrovers diskutiert. Der nördlich angefügte, eingeschossige Mehrzweckraum wirkt additiv. Die Geräteräume entsprechen in ihren Proportionen nicht den Vorgaben.

Die architektonische und konstruktive Durcharbeitung wird positiv gesehen. Die den ISS-Erweiterungsbau prägende horizontale Fassadengliederung mit umlaufenden Balkonen und bodentiefen Fenstern könnte während des Schulbetriebs interessante Nutzungsangebote offerieren. Aufsicht und Unterhalt dieser Balkone sind jedoch kritisch zu hinterfragen.

Die beabsichtigte Anmutung eines parkartig durchgrünten und wohlsortierten Schulstandortes wird spürbar. Insbesondere aus schulfachlicher Sicht leistet diese Arbeit einen wertvollen Beitrag. Aufgrund der genannten funktionalen Mängel kann der Entwurf jedoch nicht restlos überzeugen.

Modell © Hans-Joachim Wuthenow
Modellfoto
© Hans-Joachim Wuthenow

Perspektive außen
Perspektive außen

Isometrie
Isometrie

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG