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    Städtebau  
 

Städtebauliches Gutachterverfahren
"Erweiterung Rathaus Zehlendorf, Berlin Steglitz-Zehlendorf"

Ergebnis: Weiteres Team


Weiteres Team:
  Octagon Architekturkollektiv
NUWELA – Büro für Städtebau und Landschaftsarchitektur


Beurteilung der Jury:

Die Planung entwickelt ein großes Ensemble zusammenhängender Baukörper, das sich mit dem Altbau verbindet. Das orthogonale Baukörpergefüge rückt fast vollständig „hinter“ den Altbau zurück und verspringt mehrfach entlang der Martin-Buber-Straße.

Durch ein Einrücken des Erdgeschosses wird dem Gehweg viel Raum gegeben. Nach Süden werden die Gebäude niedriger. Die südlich gegenüber dem Altbau angeordnete BVV ist gut dimensioniert und positioniert.

Die Verfasser:innen haben das Bauvolumen und damit die Höhenentwicklung entsprechend der Hinweise im Zwischenkolloquium reduziert, bleiben aber mit bis zu 10 Geschossen sehr hoch, was kritisch gesehen wird. Die intensiven Dachgärten sind eine gute Freiraumerweiterung für die Mitarbeiter:innen.

An der Kirchstraße entsteht zwischen Empfangsgebäude und Kirche ein gut dimensionierter gemeinsamer Vorplatz. Hier liegt der Haupteingang des Rathauses und von hier erfolgt die innere Verteilung in die verschiedenen Bereiche. Die weitere Adressierung erfolgt entlang der Martin-Buber-Straße straßenseitig, was im Widerspruch zur Verteilung innen über den Haupteingang steht.

Im Blockinneren steht ein Solitär, der die öffentlichen gemeinschaftlichen Nutzungen – Bibliothek, Volkshochschule und Café – beherbergt. Rathausensemble und Solitär bilden einen großen Platz im Blockinneren, der nach Süden offen ist. Dieser wirkt isoliert, da eine allseitige Erreichbarkeit nur zu den Öffnungszeiten des Rathauses möglich ist. Darüber hinaus sind die Platzseiten in den Erdgeschossen des Rathauses nicht im ausreichenden Masse mit öffentlichen Nutzungen bespielt. Die Belebung des Platzes ginge damit ausschließlich vom Solitär aus, was sehr kritisch gesehen wird. Die gewünschte Überlagerung und Verknüpfung der Nutzungen wurde nicht aufgenommen, auch bedingt durch die Entscheidung, die Kantine in den obersten Geschossen des Empfangsgebäudes anzubieten. Der wechselseitige Nutzungsgewinn zwischen den Gebäuden konnte nicht herausgearbeitet werden.

Der Preis für den großen Platz ist auch die daraus folgende notwendige Höhe der Gebäude. Die vorgeschlagene Bebauung ist trotz der Reduktion zu massiv und wirkt im umgebenden Stadtraum wenig sensibel.

Positiv bewertet wird Erhalt und Erweiterung der alten Bibliothek, die damit neue Nutzungen erhalten kann.

Modellfoto © Hans-Joachim Wuthenow
Modellfoto © Hans-Joachim Wuthenow

Lageplan
Lageplan

Grundrissausschnitt Eingangssituation
Grundrissausschnitt Eingangssituation

Perspektive Gesamtensemble
Perspektive Gesamtensemble

Perspektive Eingangssituation
Perspektive Eingangssituation

Nutzungskonzept
Nutzungskonzept